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TerminalBasic/docs/sprachreferenz.md
Chili Palmer a0fb41420e Ortszeit statt UTC
Setzt den OpenSpec-Change phase-3-ortszeit um (21/21 Aufgaben) und zieht
damit die in Phase 3 eingegangene Abweichung zurueck: DATE$, TIME$, TIMER
und NOW rechnen in der Zeitzone des Rechners, TIMER zaehlt ab der lokalen
Mitternacht.

Versatzermittlung
- jiff 0.2.35 als Abhaengigkeit von tb-runtime
- datetime::utc_versatz(zeitpunkt) ist der einzige Aufrufpunkt der
  Bibliothek; die Kalenderrechnung darunter bleibt Eigenimplementierung
  und sieht sie nie -- zwei Kalendermodelle nebeneinander waeren eine
  dauerhafte Fehlerquelle
- Der Versatz gilt je Zeitpunkt, nicht je Programmlauf: ein Programm, das
  ueber eine Zeitumstellung hinweg laeuft, folgt ihr

Zonenzustand
- Zeitzone { System, Fest(i32), Unbekannt } im RtState
- Fest(n) macht Tests und Korpusprogramme unabhaengig von der Zone des
  Testrechners; TZ waere prozessweit und set_var seit Rust 2024 unsafe

Rueckfallebene
- Ohne ermittelbare Zone gilt UTC, das Programm laeuft weiter
- tbc run meldet den Rueckfall einmal beim Start auf der Fehlerausgabe,
  nicht je Abfrage -- ein stiller Wechsel waere ein Verstoss gegen den
  Guiding Principle

Korpus
- Neue Direktive ' tb-tz: +-HH:MM im Harness
- zeitzone.bas prueft Ortszeit, TIMER ab lokaler Mitternacht und den
  Programmversatz gegen eine gesetzte Uhrzeit
- datumzeit.bas auf die Direktive umgestellt; Sollausgabe unveraendert

Nebenbefund
- TIMER trennt jetzt ganze Sekunden (Ortszeit) vom Bruchteil
  (Systemuhr). Ohne die Trennung waere TIMER in Zonen mit halbstuendigem
  Versatz gesprungen.

Dokumentation: die Abweichung "Uhr laeuft in UTC" entfaellt aus
sprachreferenz.md; bibliothek.md und PLAN.md nachgezogen, jiff steht im
Stufe-2-Ideenspeicher neben crossterm.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-09-04 07:01:53 +02:00

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# Sprachreferenz Terminal Basic
Rekonstruierte Referenz des Dialekts (DOS-BASIC, Stand 1992: prozedurale
BASIC-Familie mit Forms-Erweiterung). Dieses Dokument ist die verbindliche
Grundlage für Frontend und Runtime. Offene Detailfragen sind ausgeräumt
(Stand 2026-09-04); wo die Original-Dokumentation schweigt, steht an Ort
und Stelle eine datierte Entscheidung mit Begründung.
**Primärquellen:** Original-Hilfedateien des Vorbilds als HTML unter
https://dos-help.soulsphere.org/ (`qck.hlp` Quick Reference, `advr.hlp`
Details, `ener.hlp` Fehlermeldungen; Vergleich PDS 7.1: `bas7qck.hlp`)
sowie das Original-README der Professional Edition. Aussagen ohne
ausgewiesene Entscheidung sind daraus belegt; die Themenlisten von
`bas7advr.hlp` und `qb45advr.hlp` bilden zusammen das
Vollständigkeits-Inventar (docs/inventar.md).
**Guiding Principle:** Die Original-Dokumentation führt. Jedes dort
dokumentierte Sprachelement wird unterstützt oder — nur nach expliziter
Non-Feature-Entscheidung des Projektinhabers — mit einer klaren
Fehlermeldung abgewiesen. **Bewusste Abweichungen und Non-Features**
stehen am Ende dieses Dokuments; nur diese Liste rechtfertigt Abweisungen.
---
## 1. Lexik
- **Zeilenorientiert.** Eine logische Zeile enthält eine oder mehrere
Anweisungen, getrennt durch `:`. **Zeilenfortsetzung:** `_` als letztes
Zeichen (mit vorangehendem Leerzeichen/Tab) setzt die Zeile fort — im
Vorbild für extern erstellten Code gedacht (der IDE-Editor fügt
fortgesetzte Zeilen beim Laden zusammen); Terminal Basic akzeptiert es
überall.
- **Zeilennummern** sind optional und wirken als Labels. Alphanumerische
**Labels** enden mit `:` am Zeilenanfang (`Fehler:`).
- **Kommentare:** `REM` (ganze Anweisung) und `'` (bis Zeilenende).
`REM`/`'` am Zeilenanfang mit `$STATIC`/`$DYNAMIC`/`$INCLUDE: 'datei'`
sind **Metabefehle**.
- **Bezeichner:** Buchstabe, dann Buchstaben/Ziffern/`.`/`_`, max. 40
Zeichen, case-insensitiv. Optionales Typ-Suffix als letztes Zeichen.
(`_` in Bezeichnern ist eine dokumentierte Neuerung des Vorbilds.)
- **Typ-Suffixe:** `%` INTEGER · `&` LONG · `!` SINGLE · `#` DOUBLE ·
`$` STRING · `@` CURRENCY. `name`, `name%`, `name$` sind
**verschiedene Variablen**.
- **Keywords** sind reserviert und case-insensitiv; die IDE normalisiert
auf Großschreibung.
- **Numerische Literale:** dezimal (`123`, `1.5`, `1.5E3`, `1D3` für DOUBLE),
hexadezimal `&HFF`, oktal `&O777`; Suffixe erzwingen den Typ (`10%`, `10&`,
`1.5!`, `1.5#`, `2.5@`). Ohne Suffix gilt: Ganzzahl im INTEGER-Bereich →
INTEGER; Hex/Oktal ohne `&`-Suffix → 16 Bit (INTEGER), mit `&` → LONG;
`E`-Exponent → SINGLE, `D`-Exponent → DOUBLE; Dezimalpunkt-Wert:
**Entscheidung (2026-09-02):** bis 7 signifikante Stellen → SINGLE,
darüber → DOUBLE. (Die Original-Hilfe nennt widersprüchlich eine
15-Stellen-Schwelle, die SINGLE-Präzision verlöre; wir legen die Schwelle
auf die SINGLE-Genauigkeit — präzisionserhaltende Auslegung.)
Ganzzahl außerhalb des LONG-Bereichs wird Gleitkommawert (kein Fehler).
- **String-Literale:** `"…"`; doppeltes `""` ergibt ein Anführungszeichen.
## 2. Typsystem
| Typ | Suffix | Repräsentation | Wertebereich |
|---|---|---|---|
| INTEGER | `%` | i16 | 32 768 … 32 767 |
| LONG | `&` | i32 | 2 147 483 648 … 2 147 483 647 |
| SINGLE | `!` | f32 | ±3.4E38 |
| DOUBLE | `#` | f64 | ±1.8E308 |
| STRING | `$` | dynamischer Unicode-String | Länge 0 … 32 767 Zeichen |
| STRING * n | — | fester String, n Zeichen | nur in `TYPE`/`DIM` |
| CURRENCY | `@` | i64, Festkomma ×10 000 | ±922 337 203 685 477.5807 |
- **Benutzerdefinierte Typen:** `TYPE name … END TYPE` mit Elementen fester
Größe (numerische Typen, `STRING * n`, verschachtelte TYPEs). Kein
dynamischer STRING in TYPE.
- **Implizite Deklaration:** Erstverwendung deklariert die Variable. Ohne
Suffix gilt der Standardtyp SINGLE, änderbar per
`DEFINT/DEFLNG/DEFSNG/DEFDBL/DEFSTR/DEFCUR az` (buchstabenbereichsweise,
wirkt pro Modul/Prozedur ab Deklaration).
- `OPTION EXPLICIT` **existiert** (Neuerung des Vorbilds gegenüber der
QB/PDS-Familie): erzwingt Deklaration aller Variablen (über COMMON,
CONST, DEF FN, DIM, FUNCTION, REDIM, SHARED, STATIC oder SUB); gilt
auch für das Direktfenster.
- **Arrays:** `DIM a(10)`, `DIM a(1 TO 10, 0 TO 5)`. Untergrenze standardmäßig
0, per `OPTION BASE 1` änderbar. `$STATIC`/`$DYNAMIC` bzw. Kontext bestimmen
statisch/dynamisch; `REDIM` (dynamisch, löscht Inhalt), `ERASE`
(reinitialisiert statisch / gibt dynamisch frei). Max. **60 Dimensionen**,
Indizes 32 767 … 32 767 (mit `TO`). `LBOUND`/`UBOUND` liefern Grenzen.
(DOS-Speichergrenzen der Arrays — 64K/128K-Regeln — übernehmen wir nicht.)
- **Konvertierung:** implizit zwischen numerischen Typen mit Rundung
(Banker's Rounding bei `CINT`/`CLNG` und Zuweisung an Ganzzahl); Überlauf
→ Fehler 6. Keine implizite Konvertierung Zahl ↔ String (Fehler 13,
Type mismatch). Die vollständige Konvertierungsmatrix (Ergebnistypen
der Operatoren, Rundungs- und Überlaufregeln, Textdarstellung) steht
in docs/tbvm-design.md und ist über `tests/compat/konvertierung.bas`
ausführbar verankert (Phase 2, 2026-09-02).
## 3. Deklarationen und Sichtbarkeit
- `DIM [SHARED] var[(dims)] [AS typ]``AS`-Klausel: INTEGER, LONG, SINGLE,
DOUBLE, STRING, STRING * n, CURRENCY, benutzerdefinierter Typ.
- `COMMON [SHARED] [/blockname/] liste` — modulübergreifend (Kette
CHAIN-kompatibel im Vorbild; ohne `CHAIN` bleibt `COMMON` die
Verknüpfung mehrerer Module eines Projekts — geklärt mit der
Projektverwaltung in Phase 5).
- `SHARED` (in Prozedur): Zugriff auf Modulebene-Variablen.
- `STATIC` (in Prozedur): Variablen behalten Werte zwischen Aufrufen;
`STATIC`-Attribut an `SUB`/`FUNCTION` macht alle lokalen Variablen statisch.
- `CONST name = ausdruck` — Konstanten (konstante Ausdrücke zur Compilezeit).
- `DECLARE SUB/FUNCTION name (parameter)` — Prototyp; die IDE erzeugt sie
automatisch beim Speichern.
## 4. Operatoren (nach Priorität, hoch → niedrig)
1. `^` (Potenz)
2. unäres `-`
3. `*`, `/` (Fließkommadivision)
4. `\` (Ganzzahldivision; Operanden werden gerundet auf INTEGER/LONG)
5. `MOD` (Ganzzahlrest, Vorzeichen wie Dividend)
6. `+`, `-` (`+` auch String-Verkettung)
7. Vergleiche `= <> < > <= >=` (Zahlen und Strings; Strings
codepoint-weise — Abweichung, s. u.)
8. `NOT`
9. `AND`
10. `OR`
11. `XOR`
12. `EQV`
13. `IMP`
Logische Operatoren sind **bitweise** auf Ganzzahlen; Vergleichsergebnis ist
INTEGER 1 (wahr) / 0 (falsch).
## 5. Kontrollfluss
- `IF b THEN … [ELSE …]` (einzeilig) und Block-`IF … THEN / ELSEIF / ELSE /
END IF`
- `SELECT CASE ausdruck` mit `CASE wert`, `CASE a TO b`, `CASE IS >= x`,
`CASE ELSE`
- `FOR i = a TO b [STEP s] … NEXT [i]` (Grenzen werden einmal ausgewertet;
Schleifenvariable numerisch)
- `DO [WHILE|UNTIL b] … LOOP [WHILE|UNTIL b]`, `WHILE … WEND`
- `EXIT FOR / EXIT DO / EXIT SUB / EXIT FUNCTION / EXIT DEF`
- `GOTO ziel`, `GOSUB ziel` / `RETURN [ziel]`
- `ON n GOTO liste`, `ON n GOSUB liste` (berechneter Sprung, 1-basiert;
0 oder > Anzahl: kein Sprung; negativ/>255: Fehler 5)
- `END` (Programmende), `STOP` (Unterbrechung → im IDE-Kontext Debugger),
`SYSTEM` (Programmende, im Vorbild „zurück zu DOS").
Runner-Verhalten (Entscheidung 2026-09-02): außerhalb der IDE beendet
`STOP` das Programm mit der Meldung `STOP in line n` und Exit-Code ≠ 0;
`END`/`SYSTEM`/Programmende liefern Exit-Code 0. `CONT` existiert nur
als Direktmodus-Befehl der IDE (Phase 5) und ist nicht kompilierbar.
- `SLEEP [sekunden]`, `DO EVENTS`/`DOEVENTS` (Ereignisse verarbeiten —
zentral für Forms)
## 6. Prozeduren
- `SUB name (p1 AS t, p2(), …) [STATIC] … END SUB`; Aufruf `CALL name(args)`
oder `name args` (ohne Klammern).
- `FUNCTION name (…) [STATIC] … name = wert … END FUNCTION`; Typ über Suffix
oder `DEF…`-Regel.
- **Parameterübergabe standardmäßig BYREF.** Klammern um ein Argument
(`CALL f((x))`) erzwingen Wertübergabe. `BYVAL` nur in `DECLARE` für
externe Routinen (entfällt bei uns; `BYVAL` allgemein zu erlauben wäre
eine Erweiterung über den Kernstandard hinaus → Stufe 2, PLAN.md).
- Arrays werden mit `name()` übergeben, TYPEs BYREF.
- Rekursion erlaubt (außer bei `STATIC`-Semantik-Konflikten).
- `DEF FNname (args) = ausdruck` und Block-`DEF FN … END DEF` (mit
`EXIT DEF`); Aufruf `FNname(…)`. Nur auf Modulebene definier- und
nutzbar, **nicht rekursiv**, Argumente by value, keine Arrays/Records/
Fixed-Strings als Argumente.
## 7. Fehlerbehandlung
- Vollständige Syntax: `ON [LOCAL] ERROR {GOTO zeile/label | RESUME NEXT |
GOTO 0}`. `LOCAL` installiert einen **prozedurlokalen** Handler;
ohne `LOCAL` gilt der Handler modulweit. `GOTO 0` deaktiviert (in einem
aktiven Handler: Fehler weiterreichen → Programmabbruch).
- Im Handler: `RESUME` (fehlerauslösende Anweisung wiederholen),
`RESUME NEXT`, `RESUME zeile/label`.
- `ERR` (Code), `ERL` (Zeilennummer, nur numerische Zeilennummern!),
`ERROR n` (Fehler auslösen). Fehlernummer 105 ist im Vorbild intern
reserviert und sollte nicht via `ERROR n` verwendet werden.
- Fehler im aktiven Handler → sofortiger Abbruch. Fehler ohne Handler →
Abbruch mit Meldung „Fehlertext in Zeile n" bzw. Debugger in der IDE.
- Fehlerkatalog: klassische Codes 176, ISAM-Codes 8089, Forms-Codes
260480 — vollständig implementiert in `tb-runtime/src/errors.rs`.
## 8. Ereignis-Traps (klassisch, ohne Forms)
Vorhanden im Vorbild: `ON COM/KEY/PEN/PLAY/STRIG/TIMER/UEVENT(…) GOSUB label`
mit Steueranweisungen `… ON/OFF/STOP`, dazu das `EVENT`-Statement (auch für
Forms-Ereignisse) und `SetUEvent`. Timer-Events und Trapping sind ausgesetzt,
solange ein Menü-Control den Fokus hat. Für Terminal Basic relevant:
`TIMER`, `KEY`, `UEVENT`; `COM/PEN/PLAY/STRIG`: Nicht-Ziel (Fehler 73).
## 9. Konsolen-E/A
- `PRINT [#n,] liste` — Trennzeichen `;` (direkt anschließend) und `,`
(nächste 14-Zeichen-Druckzone). Zahlen: führendes Leerzeichen bzw. `-`,
nachgestelltes Leerzeichen. Abschluss ohne `;`/`,` → Zeilenumbruch.
- `PRINT USING "format"; liste` — Formatzeichen (offizielle Liste):
numerisch `#` Ziffer, `.` Dezimalpunkt, `,` Tausendertrennung, `+` Vorzeichen-
position, `-` nachgestelltes Minus, `$$` führendes $, `**` Füllsterne,
`**$` kombiniert, `^^^^` Exponent; String `&` ganz, `!` erstes Zeichen,
`\ \` n Zeichen (Leerzeichen + 2); `_` Literal-Escape; alle anderen
Zeichen literal.
- **Feldüberlauf** (geklärt 2026-09-04): Passt ein Wert nicht in sein
Feld, wird er vollständig ausgegeben und die Ausgabe mit `%`
eingeleitet (`PRINT USING "##"; 12345``%12345`). Die Original-Hilfe
listet das nicht; wir übernehmen das Verhalten der QB-Familie, weil ein
stilles Abschneiden Zahlen verfälschen würde.
- Vorzeichenangaben (`+` vorn, `+`/`-` hinten) belegen eine **eigene**
Position neben den Ziffernstellen; `$$` und `**` bringen ihre Stellen
dagegen mit.
- Die Formatzeichenkette wird wiederholt, solange Werte übrig sind. Eine
Zeichenkette ohne Feld bei vorhandenen Werten löst Fehler 5 aus.
- `SetFormatCC(ländercode)` setzt das Zeichen für `$$`. Nur wenige Codes
sind belegt (1 = `$`, 33 = `F`, 39 = `L`, 44 = `£`, 49 = `DM`,
81 = `¥`); alle übrigen behalten `$` — die Tabelle des Vorbilds ist
nicht überliefert (dokumentierte Abweichung).
- `INPUT ["prompt"{;|,}] var, …` (mit `;` vor Prompt: kein „? ");
`LINE INPUT` (ganze Zeile in String).
- `INKEY$` (nicht blockierend; "" wenn leer; erweiterte Tasten:
2-Zeichen-Sequenz `CHR$(0)+code` im Vorbild — Abweichung s. u.),
`INPUT$(n [,#f])`.
- `LOCATE [zeile][,spalte][,cursor an/aus][,start,ende]`, `CSRLIN`, `POS(0)`
— arbeiten auf der tatsächlichen Bildschirmgröße (dynamisch, s. Abweichungen).
- `COLOR [vg][,hg]` (vg 031: 1631 = blinkend — bei uns als „hell"
simuliert, Entscheidung 2026-09-02; hg 07), `CLS`,
`WIDTH` (hebt den Puffer höchstens an, s. Abweichungen),
`VIEW PRINT oben TO unten` (Scrollbereich).
- `TAB(n)`, `SPC(n)` in PRINT-Listen.
- `BEEP`, `SOUND freq, dauer` (Terminal-Bell / Nicht-Ziel, s. Abweichungen),
`PLAY` (Nicht-Ziel).
- **Funktionstasten-Makros** (Umfang geklärt 2026-09-03 aus der
Original-Hilfe):
- `KEY n, text$` belegt ein Makro. `n` ist 110 für F1F10 sowie 30 und
31 für F11/F12; andere Werte lösen Fehler 5 aus. `text$` wird nach
**15 Zeichen** abgeschnitten.
- `KEY LIST` gibt alle zwölf Makros untereinander aus.
- `KEY ON` blendet die Softkey-Zeile in der untersten Bildschirmzeile ein
(Tastennummer plus die ersten sechs Zeichen des Makros), `KEY OFF`
blendet sie aus. Solange sie sichtbar ist, endet der Scrollbereich
darüber, damit die Ausgabe sie nicht überschreibt; ein danach gesetztes
`VIEW PRINT` hat Vorrang.
- `KEY(n) ON|OFF|STOP` **mit** Index ist Ereignissteuerung und kommt mit
der Forms-Engine (Phase 4).
- Abweichung: ein kompiliertes Programm startet mit **leeren** Makros;
die Vorbelegung des Vorbilds gehörte zu dessen Interpreter-Oberfläche.
## 10. Datei-E/A
- `OPEN datei$ [FOR modus] [ACCESS zugriff] [lock] AS [#]n [LEN=reclen]`
Modi: `INPUT`, `OUTPUT`, `APPEND` (sequenziell), `RANDOM` (Standard),
`BINARY`.
- `CLOSE [#n, …]`, `RESET` (alle schließen).
- Sequenziell: `PRINT #`, `PRINT # USING`, `WRITE #` (CSV-artig, Strings in
`"…"`), `INPUT #`, `LINE INPUT #`, `EOF(n)`.
- Random: `FIELD #n, breite AS var$…` (klassisch) **und** `GET/PUT #n
[,satznr] [,var]` mit TYPE-Variablen; `LSET`/`RSET` für Feldpuffer.
- Binary: `GET/PUT #n, [pos], var`, `SEEK #n, pos` / `SEEK(n)`,
`LOC(n)`, `LOF(n)`.
- Verwaltung: `NAME alt$ AS neu$`, `KILL datei$`, `FILES [muster$]`,
`CHDIR`, `MKDIR`, `RMDIR`, `FILEATTR`, `FREEFILE`.
- **ISAM** (Professional-Edition des Vorbilds): wird unterstützt
(Entscheidung 2026-09-02) — `OPEN … FOR ISAM`, Tabellen/Indizes,
`SEEKGT`-Familie usw.; Umfang wird mit dem Inventar (Phase 3) erfasst.
- Pfade: plattformneutral; `/` und `\` werden akzeptiert.
## 11. Eingebaute Funktionen (Katalog)
**Strings:** `LEN`, `LEFT$`, `RIGHT$`, `MID$` (Funktion **und** Anweisung),
`INSTR([start,] s$, such$)`, `UCASE$`, `LCASE$`, `LTRIM$`, `RTRIM$`,
`SPACE$`, `STRING$(n, zeichen|code)`, `ASC`, `CHR$`, `STR$`, `VAL`,
`HEX$`, `OCT$`, `LSET`/`RSET` (Anweisungen).
**Mathematik:** `ABS`, `SGN`, `INT` (abrunden), `FIX` (Richtung 0), `SQR`,
`EXP`, `LOG`, `SIN`, `COS`, `TAN`, `ATN`, `RND[(n)]`, `RANDOMIZE [saat]`,
`CINT`, `CLNG`, `CSNG`, `CDBL`, `CCUR`.
**Zufallszahlen.** Der Generator ist der lineare Kongruenzgenerator des
Vorbilds auf 24 Bit:
`zustand = (zustand · &H FD43FD + &H C39EC3) MOD 2^24`, Ergebnis
`zustand / 2^24` als SINGLE im Bereich [0, 1).
`RND` und `RND(n)` mit `n > 0` liefern die nächste Zahl, `RND(0)`
wiederholt die zuletzt gelieferte, `RND(n)` mit `n < 0` setzt den Zustand
aus dem Argument. `RANDOMIZE saat` bildet aus der Saat 16 Bit, die die
Bits 823 des Zustands besetzen; das niederwertige Byte ist fest — damit
liefert dieselbe Saat stets dieselbe Folge, unabhängig von vorherigen
`RND`-Aufrufen. `RANDOMIZE` ohne Argument fragt den Startwert mit
`Random Number Seed (-32768 to 32767)?` ab.
**Datum/Zeit:** `DATE$` (Funktion und Anweisung — Setzen: Nicht-Ziel),
`TIME$`, `TIMER` (Sekunden seit Mitternacht, SINGLE); dazu die nativen
Schlüsselwörter des Vorbilds (Neuerung ggü. QB/PDS): `NOW`, `DATESERIAL`,
`DATEVALUE`, `TIMESERIAL`, `TIMEVALUE`, `DAY`, `MONTH`, `YEAR`, `WEEKDAY`,
`HOUR`, `MINUTE`, `SECOND` (serielle Datumswerte als DOUBLE) sowie
`FORMAT$` (Zahlen-, Datums-/Zeitformatierung).
**Sonstiges:** `LBOUND`, `UBOUND`, `FRE(…)` (freier Speicher — liefert bei
uns Pseudowerte), `VARPTR`/`VARSEG`/`SADD`/`PEEK`/`POKE` → Nicht-Ziel
(Fehler 73), `ENVIRON$`, `COMMAND$`, `SHELL [cmd$]`.
**DATA:** `DATA konstanten`, `READ var, …`, `RESTORE [label]`.
## 12. Forms-Anbindung (Details in forms-referenz.md)
`form.eigenschaft = wert`, `form!steuerelement.eigenschaft`,
Ereignisprozeduren `SUB name_Ereignis (…)`, `LOAD`/`UNLOAD form`,
`form.SHOW [style%]` (0 = modeless, Standard; 1 = modal), `form.HIDE`,
`DOEVENTS()`, `SCREEN`-Objekt, Datentypen `FORM`/`CONTROL`, `IF TYPEOF`,
`$FORM`-Metabefehl, Include-Dateien (Konstanten-`.BI`).
Dialoge:
- `MSGBOX msg$ [,type% [,title$]]` (Anweisung) bzw. Funktion → INTEGER.
`type%` = Buttons (0 OK · 1 OK/Cancel · 2 Abort/Retry/Ignore ·
3 Yes/No/Cancel · 4 Yes/No · 5 Retry/Cancel) + Default-Button
(0/256/512). Rückgabe 1 OK · 2 Cancel/Esc · 3 Abort · 4 Retry ·
5 Ignore · 6 Yes · 7 No. Keine Icon-Flags (Textmodus). msg$ max. 1024
Zeichen, modal.
- `INPUTBOX$(prompt$ [,title$ [,default$ [,xpos%, ypos%]]])` → STRING;
Cancel liefert `""`; Position in **Zeichen**, sonst zentriert; Dialog
fest 46×16 Zeichen; prompt$ max. 255 Zeichen.
---
## Abweichungen vom Vorbild (beschlossen)
1. **UTF-8/Unicode statt CP437** (2026-09-01). Konsequenzen:
- STRING ist eine Folge von Unicode-Zeichen (Codepoints); `LEN` zählt
Zeichen, nicht Bytes. `ASC`/`CHR$` arbeiten auf Codepoints
(`CHR$(9731)` = „☃"). `ASC("")` bleibt Fehler 5.
- String-Vergleich codepoint-weise (keine CP437-Sortierung).
- Der Bildschirmpuffer speichert Unicode-Zeichen; Rahmen werden mit
Unicode-Box-Drawing gezeichnet.
- Zeichen mit Darstellungsbreite 2 (Emoji, CJK) **belegen zwei Zellen**
(Entscheidung 2026-09-02, umgesetzt): der Cursor rückt um zwei Spalten
vor, `POS` nennt die Anfangsspalte, `LOCATE` auf die zweite Hälfte
wirkt auf den Zeichenanfang. Passt ein breites Zeichen nicht mehr in
die Zeile, wandert es als Ganzes in die nächste und die letzte Spalte
bleibt leer. Wird eine Hälfte überschrieben, verschwindet die andere.
Zeichen der Breite 0 (kombinierende Zeichen) belegen vorerst eine
eigene Zelle.
- `GET`/`PUT`-Records: feste Strings (`STRING * n`) werden als **UTF-32**
gespeichert (4 Bytes/Zeichen, feste Record-Länge) — Binärdateien sind
dadurch bewusst inkompatibel zum Vorbild (Entscheidung 2026-09-02).
2. **Keine Hardware-Nähe** (bestätigt 2026-09-02): `PEEK`/`POKE`/`INP`/
`OUT`/`WAIT`/`BLOAD`/`BSAVE`/`VARPTR`/`VARSEG`/`SADD`/`CALL ABSOLUTE`/
`CALL INTERRUPT`/`IOCTL` werden bereits **zur Compile-Zeit** mit der
Meldung „Feature unavailable" abgewiesen (kein Laufzeitfehler).
Ebenso abgewiesen: die Interlanguage-Schnittstelle (`CALLS`, `SSEG`,
`SSEGADD`, `StringAddress`/`StringAssign`/`StringLength`/
`StringRelease`), die Eingabegeräte `PEN`, `STRIG`, `STICK` und die
serielle Schnittstelle (`COM`, `ON COM`, `OPEN "COMn:"`).
3. **`INKEY$` für erweiterte Tasten** liefert `CHR$(0) + code`-Sequenzen
mit den klassischen Scancodes, damit bestehender Code funktioniert
(festgelegt 2026-09-04): F1F10 = 5968, Pos1 = 71, ↑ = 72, Bild↑ = 73,
← = 75, → = 77, Ende = 79, ↓ = 80, Bild↓ = 81, Einfg = 82, Entf = 83.
Zeichentasten liefern ein Zeichen, Eingabe `CHR$(13)`, Rückschritt
`CHR$(8)`, Esc `CHR$(27)`, Tabulator `CHR$(9)`. Strg+C und Strg+Untbr
sind Abbruch und erscheinen nicht in `INKEY$`. Tasten heutiger
Tastaturen ohne Entsprechung im Vorbild (etwa F11/F12 oder Meta-
Kombinationen) liefern nichts — eine eigene Kodierung dafür wäre eine
Erweiterung und gehört in Stufe 2.
4. **Kein `CHAIN`/Overlay-Mechanismus**; `SHELL` startet die System-Shell.
5. **Grafik-Anweisungen** (`SCREEN n>0`, `PSET`, `PRESET`, `LINE`,
`CIRCLE`, `PAINT`, `DRAW`, Grafik-`GET`/`PUT`, `PALETTE`, `WINDOW`,
`VIEW`, `PMAP`, `PCOPY`, `POINT`) sind Nicht-Ziel und werden **zur
Compile-Zeit** mit „Feature unavailable" abgewiesen. Die Formen, die
sich ein Schlüsselwort mit einer unterstützten Anweisung teilen, erkennt
der Compiler an ihrer Syntax: `LINE` ohne `INPUT`, `GET`/`PUT` mit
`(`, `VIEW` ohne `PRINT`. Hinweis: das Vorbild **hatte** die
Grafikmodi 013, aber nicht gleichzeitig mit Forms (dort Fehler 272
„Invalid when forms are showing") — wir übernehmen nur den
Forms-/Textmodus-Zweig.
6. **`PLAY`/`SOUND`**: `BEEP` = Terminal-Bell; Rest Nicht-Ziel (Fehler 73).
5a. **`LPRINT` schreibt in eine Datei** (2026-09-03): einen
plattformübergreifenden Druckerkanal gibt es nicht. Der Druckerpuffer
geht am Programmende in `LPT1.TXT` im aktuellen Verzeichnis; `LPOS`
nennt die Spalte in diesem Puffer.
5b. **Satzsperren** (`LOCK`/`UNLOCK`) prüfen nur, ob die Datei offen ist;
eine echte Sperre bietet die Plattform nicht einheitlich. `FILEATTR`
liefert nur die Modus-Kennzahl (Argument 1); das
Betriebssystem-Handle bildet der Dialekt nicht ab und liefert 0.
5c. **`CHDRIVE`** ist außerhalb von Windows folgenlos — Laufwerksbuchstaben
gibt es dort nicht.
6a. **Uhr in Ortszeit, mit Rückfall auf UTC** (2026-09-04): `DATE$`,
`TIME$`, `TIMER` und `NOW` rechnen in der Zeitzone des Rechners;
`TIMER` zählt ab der **lokalen** Mitternacht. Der Versatz wird für den
jeweils abgefragten Zeitpunkt bestimmt, nicht einmal beim Start — ein
Programm, das über eine Zeitumstellung hinweg läuft, folgt ihr.
Lässt sich die Zone des Rechners nicht ermitteln, gilt UTC; das
Programm läuft weiter, und der Runner meldet es einmal beim Start auf
der Fehlerausgabe („Zeitzone nicht ermittelbar …"). `DATE$ = …` und
`TIME$ = …` stellen nicht die Systemuhr, sondern einen programmeigenen
Versatz auf die Ortszeit; alle Zeitfunktionen rechnen ihn mit ein.
6b. **Serielle Datumswerte** zählen Tage ab dem 30.12.1899 (Serie 2 =
1.1.1900), der Nachkommaanteil ist die Tageszeit. `WEEKDAY` liefert 1
für Sonntag. Zweistellige Jahre gelten in `DATESERIAL` als 19xx, in
`DATEVALUE` als 20xx unter 80 und sonst als 19xx.
7. **Dynamische Bildschirmgröße** (2026-09-02): kein festes 80×25 — der
Bildschirm folgt der Terminalgröße (Mindestgröße 80×25, darunter nur
ein Hinweis). `CSRLIN`/`POS`/`LOCATE`/`VIEW PRINT` und das
`SCREEN`-Objekt arbeiten auf der tatsächlichen Größe. `WIDTH 40/80`
wird akzeptiert, ändert aber nichts (die Größe bestimmt das Terminal).
80×25 ist überall nur die **untere Schranke der Darstellung**, nie eine
Bildschirmgröße im Verhalten des Programms. Ändert sich die Größe
**während der Ausführung**, wird das zugestellt: der Inhalt bleibt oben
links erhalten, der Cursor wird in die neuen Grenzen geklemmt, und ein
`VIEW PRINT`-Bereich wird am unteren Rand geklemmt bzw. — wenn er ganz
vom Schirm fällt — auf den vollen Bildschirm zurückgesetzt.