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TerminalBasic/PLAN.md
Chili Palmer 7e6fa6ea88 Phase 0: Referenzdokumente, Fehlerkatalog, Testkorpus, Ratatui-Spike
Entscheidungen festgehalten: TBVM bestaetigt und eingebettet in die
Executables; durchgaengig UTF-8 statt CP437 (dokumentierte Abweichung).

- docs/: Sprachreferenz, Forms-Referenz, Dateiformate, TBVM-Design
- tb-runtime::errors: klassischer Laufzeitfehler-Katalog (implementiert)
- tb-ui::screen: 80x25-Unicode-Zellenpuffer mit 16-Farben-Abbildung,
  Scrollbereich (VIEW PRINT), Letterboxing; Ratatui-Widget + Tests
- Spike: cargo run -p tb-ui --example spike (Farben, Unicode, Tasten, Maus)
- tests/compat/: erste Referenzprogramme mit byte-genauer Sollausgabe

Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-01 16:36:45 +02:00

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# PLAN — Terminal Basic
Arbeitsplan für die Re-Implementierung des DOS-BASIC-Dialekts (1992) in Rust.
Dieses Dokument wird fortgeschrieben: erledigte Punkte werden abgehakt,
Entscheidungen mit Datum und Begründung festgehalten.
Konvention: `[ ]` offen · `[x]` erledigt · `[~]` in Arbeit
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## Leitplanken
- **Referenzverhalten schlägt Eleganz.** Bei Zweifeln zählt das beobachtbare
Verhalten des Vorbilds (inkl. Fehlercodes, Rundung, Formatierung), nicht
das, was „richtiger" wäre. Abweichungen werden dokumentiert.
- **Markenrecht:** Der Name des Vorbilds wird in Code, Doku und Artefakten
nicht verwendet. Wir sprechen vom „Vorbild" bzw. „dem Dialekt".
- **Jede Phase endet mit lauffähigen Tests** gegen eine wachsende
Kompatibilitäts-Testsuite (Verzeichnis `tests/compat`, geplant).
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## Phase 0 — Exploration und Grundsatzentscheidungen
### 0.1 Sprach- und Bibliotheksreferenz rekonstruieren
- [~] Sprachreferenz zusammentragen: Anweisungen, Funktionen, Operatoren,
Typsystem (INTEGER, LONG, SINGLE, DOUBLE, STRING, CURRENCY,
feste Strings, `TYPE…END TYPE`), Typ-Suffixe (`% & ! # $ @`),
`DEFINT`-Familie, Sichtbarkeitsregeln (`SHARED`, `COMMON`, `STATIC`)
→ Grundgerüst in [docs/sprachreferenz.md](docs/sprachreferenz.md);
Detailfragen (exaktes Verhalten) werden dort als TODO markiert
- [~] Forms-/Steuerelemente-Referenz: Steuerelementtypen, Eigenschaften,
Methoden, Ereignisse, Standardwerte, Fokus- und Z-Reihenfolge
→ Grundgerüst in [docs/forms-referenz.md](docs/forms-referenz.md)
- [~] Dateiformate dokumentieren: Quelltext (`.BAS`), Formulare (`.FRM`,
Textformat mit `VERSION`/`Begin…End`-Blöcken), Projekt (`.MAK`)
→ [docs/dateiformate.md](docs/dateiformate.md)
- [x] Laufzeitfehler-Katalog (Codes + Meldungstexte) erfasst und als
`tb_runtime::errors` implementiert (inkl. Tests)
- [~] Testkorpus aufbauen: kleine Referenzprogramme, deren erwartete Ausgabe
dokumentiert ist → erste Programme in `tests/compat/`, Harness folgt
mit Phase 2 (`tbdosc run` + Ausgabevergleich)
### 0.2 VM-/Runtime-Entscheidung (Aufstellung der Optionen)
Anforderungen an die Ausführungsschicht: BASIC-Fehlersemantik
(`ON ERROR GOTO`/`RESUME` mit `ERR`/`ERL`), `GOSUB`/`RETURN`,
unterbrechbare Ausführung (Debugger-Einzelschritt, Strg+Untbr,
ereignisgesteuerte Forms-Hauptschleife), dynamische Strings/Arrays mit
BASIC-Semantik, serialisierbares Kompilat, gute Fehlerortung (Zeile/Spalte).
| Option | Vorteile | Nachteile | Eignung |
|---|---|---|---|
| **1. Eigene Bytecode-VM in Rust („TBVM")** | Volle Kontrolle über Semantik (Fehlerbehandlung, GOSUB, Events, Suspend/Resume); Bytecode als `.tbc` serialisierbar; Debugger-Integration trivial (Zeileninfo im Bytecode); keine Fremdabhängigkeit | Eigenaufwand für VM, GC/Refcounting für Strings/Arrays; „nur" Interpreter-Geschwindigkeit | **Empfohlen** — Interpreter-Tempo genügt für 80×25-Programme bei Weitem |
| **2. Tree-Walking-Interpreter** | Schnellster Weg zu ersten laufenden Programmen; ideal zum Validieren der Semantik | Langsam; Debugger/Resume-Semantik unsauber; wäre später Wegwerfcode | Optional als Bootstrap in Phase 1, dann ersetzen |
| **3. WebAssembly-Ziel (wasmtime/wasmer)** | Ausgereifte VMs mit JIT (Cranelift); portables, standardisiertes Kompilat; Sandbox; theoretisch Browser-Ausführung | BASIC-Semantik passt schlecht: `ON ERROR`/`RESUME`, `GOSUB` und unterbrechbare Ausführung müssen aufwendig transformiert werden (Relooper/State-Machine); Strings/Arrays komplett selbst verwalten; Debugging über zwei Ebenen; schwere Abhängigkeit | Später als **zweites Backend** denkbar (gleiche IR), nicht als Start |
| **4. Cranelift direkt (JIT auf nativen Code)** | Native Geschwindigkeit; Rust-eigenes Projekt, gut eingebettet | Gleiche Semantik-Transformationsprobleme wie WASM; kein portables Kompilat; JIT auf allen drei Plattformen pflegen | Nur falls Performance je Thema wird — unwahrscheinlich |
| **5. LLVM-AOT (inkwell)** | Maximale Performance, echte Executables | Sehr schwere Toolchain-Abhängigkeit (LLVM-Build je Plattform); lange Kompilierzeiten; Debugger/Edit-Run-Zyklus der IDE leidet massiv | Ungeeignet für dieses Projekt |
| **6. Transpilation auf fremde Skript-VM (Lua via mlua/piccolo)** | Ausgereifte VM mit GC geschenkt | Semantik-Mismatch (Zahlentypen, Fehler-/Eventmodell, 1-basierte vs. BASIC-Arrays mit `OPTION BASE`); Fehlerortung und Debugger bilden schlecht ab | Ungeeignet |
| **7. Transpilation nach Rust (AOT)** | Native Binaries, keine VM | Kein Interpretermodus → IDE-Kernfeatures (Direktfenster, Start ohne Build-Wartezeit, Debugger) praktisch unmöglich; Rust-Toolchain als Laufzeitvoraussetzung | Ungeeignet als Primärziel |
**Entscheidung (2026-09-01, bestätigt):** Eigene Stack-basierte Bytecode-VM
(**Option 1, TBVM**), sowohl in der Entwicklungsphase als auch **eingebettet in
die Executables** (`tbdos`-IDE und von `tbdosc` erzeugte Programme), damit der
schnelle Edit-Run-Turnaround überall identisch ist.
Die IR/Bytecode-Schicht wird sauber vom Interpreter getrennt, sodass später ein
zweites Backend (WASM via Cranelift, Option 3) ergänzt werden kann, ohne das
Frontend anzufassen. Für die Ausführungsgeschwindigkeit typischer
Terminal-Programme ist ein Interpreter mehr als ausreichend; entscheidend sind
Debugger-Fähigkeit, exakte Fehlersemantik und der schnelle Edit-Run-Zyklus der IDE.
- [x] Optionen aufstellen und bewerten (siehe Tabelle)
- [~] Bytecode-Grobdesign: Stack-Maschine, Konstantenpool, Zeilentabelle
für Diagnostik/Debugger, Aufrufkonventionen (SUB/FUNCTION vs. GOSUB)
→ Entwurf in [docs/tbvm-design.md](docs/tbvm-design.md)
- [~] Speichermodell für Werte: Tagged Enum (kein NaN-Boxing); Refcounting
für Strings/Arrays (kein Zyklenrisiko im Dialekt → Rc genügt)
→ Entwurf in [docs/tbvm-design.md](docs/tbvm-design.md)
### 0.3 Ratatui-/Terminal-Spike
**Entscheidung (2026-09-01):** Keine CP437-Emulation — der Textbildschirm ist
durchgängig **UTF-8/Unicode**. Strings sind Unicode-Text, `CHR$`/`ASC`
arbeiten auf Codepoints. Das ist eine bewusste Abweichung vom Vorbild und wird
in der Sprachreferenz unter „Abweichungen" dokumentiert.
- [x] 80×25-Zellenpuffer (Zeichen + Farbattribut) als eigenes Widget rendern;
kleinere Terminals: Hinweis „Terminal zu klein", größere: zentriert
(Letterboxing) → `tb-ui::screen`, Demo: `cargo run -p tb-ui --example spike`
- [x] 16-Farben-Palette (Vordergrund 015, Hintergrund 07) auf
ANSI-Indexfarben abgebildet; Blink-Attribut vorerst ignoriert (offen)
- [~] Maus-Ereignisse (crossterm) und Sondertasten (F1F12, Alt-Kombis) im
Spike sichtbar gemacht; systematischer Test unter Windows Terminal,
gnome-terminal, iTerm2 steht aus
- [ ] Ereignisschleifen-Architektur: Terminal-Events → Event-Queue → VM-Ticks
## Phase 1 — Sprach-Frontend (`tb-frontend`)
- [ ] Lexer inkl. Typ-Suffixe, Zeilennummern/Labels, `REM`/`'`-Kommentare,
case-insensitive Keywords
- [ ] AST für Module, Prozeduren, Anweisungen, Ausdrücke, Deklarationen
- [ ] Parser (zeilenorientiert, fehlertolerant — die IDE prüft pro Zeile)
- [ ] Semantik: Symboltabellen, implizite Deklaration, `DEFINT`-Regeln,
Typprüfung und -konvertierung, `OPTION EXPLICIT`/`OPTION BASE`,
Array-Dimensionierung (statisch/dynamisch, `REDIM`)
- [ ] Diagnostik mit exakten Positionen und den Meldungstexten des Vorbilds
- [ ] Meilenstein: kompletter Testkorpus parst und wird typgeprüft
## Phase 2 — Bytecode und VM (`tb-vm`)
- [ ] Bytecode-Format und Serialisierung (`.tbc`)
- [ ] Codegenerator AST → Bytecode
- [ ] Interpreter: Ausdrücke, Kontrollfluss (`IF`, `SELECT CASE`, Schleifen,
`GOTO`/`GOSUB`), Prozeduraufrufe, `BYREF`-Semantik
- [ ] Fehlerbehandlung: `ON ERROR GOTO/RESUME`, `ERR`/`ERL`, Fehlerkaskaden
- [ ] Unterbrechbarkeit: Tick-Grenzen, Breakpoints, Einzelschritt,
Variableninspektion (Grundlage für IDE-Debugger)
- [ ] Meilenstein: Konsolen-Testkorpus läuft mit korrekter Ausgabe (`tbdosc run`)
## Phase 3 — Laufzeitbibliothek (`tb-runtime`) und Bildschirm (`tb-ui::screen`)
- [ ] Strings: `LEFT$`, `MID$` (auch als Anweisung), `INSTR`, `STR$`/`VAL`,
`SPACE$`, `STRING$`, `LTRIM$`/`RTRIM$`, `UCASE$`/`LCASE$`
- [ ] Zahlenformatierung: `PRINT`-Zonen, `PRINT USING` (vollständig),
Banker's Rounding, `CINT`/`CLNG`/`CSNG`/`CDBL`/`CCUR`
- [ ] Mathematik: `RND`/`RANDOMIZE` (kompatibler PRNG!), trigonometrische
Funktionen, Integer-Überlaufverhalten (Fehler 6)
- [ ] Datei-E/A: `OPEN` (sequenziell/random/binär), `INPUT#`/`LINE INPUT#`,
`PRINT#`/`WRITE#`, `GET`/`PUT` mit Record-Typen, `EOF`/`LOF`/`SEEK`,
Pfadsemantik plattformübergreifend
- [ ] Bildschirm: `PRINT`, `LOCATE`, `COLOR`, `CLS`, `INPUT`, `INKEY$`,
`CSRLIN`/`POS`, `WIDTH`, `VIEW PRINT` auf dem Zellenpuffer
- [ ] Meilenstein: klassische Konsolenprogramme laufen unverändert
## Phase 4 — Forms-Engine (`tb-ui::forms`)
- [ ] Formular-Modell: Eigenschaften, Lade-/Entladezyklus, `SHOW`/`HIDE`
(modal/nicht-modal)
- [ ] Steuerelemente: CommandButton, TextBox, ListBox, ComboBox, CheckBox,
OptionButton, Frame, Label, HScrollBar/VScrollBar, PictureBox (Text),
Timer — mit allen Eigenschaften/Methoden/Ereignissen des Vorbilds
- [ ] Menüsystem (Menüleiste, Shortcuts, Access Keys)
- [ ] Fokus-/Tab-Reihenfolge, Access-Keys, Maussteuerung
- [ ] `.FRM`-Dateiformat lesen/schreiben (Kompatibilität zu Originaldateien)
- [ ] Ereignisdispatch: Event-Queue ↔ VM (Ereignisprozeduren `Name_Ereignis`)
- [ ] Meilenstein: Beispiel-Formularprogramme aus dem Testkorpus laufen
## Phase 5 — IDE (`tb-ide`)
- [ ] IDE-Rahmen: Menüleiste, MDI-artige Fensterverwaltung, Statuszeile,
klassisches Farbschema
- [ ] Editor: Syntaxprüfung/-normalisierung pro Zeile (Keywords groß,
Leerzeichen), Suchen/Ersetzen, Hilfe-Verweise
- [ ] Projektverwaltung (`.MAK`): mehrere Module/Formulare
- [ ] Formular-Designer: Steuerelemente platzieren/verschieben/skalieren,
Eigenschaftenfenster
- [ ] Ausführen aus der IDE: Start/Unterbrechen/Fortsetzen/Neustart
- [ ] Debugger: Breakpoints, Einzelschritt/Prozedurschritt, Direktfenster,
Überwachungsausdrücke
- [ ] Meilenstein: Programm komplett in der IDE schreiben, gestalten,
debuggen und ausführen
## Phase 6 — Kompatibilität, Politur, Distribution
- [ ] Kompatibilitäts-Testsuite ausbauen (Snapshot-Tests der Bildschirmausgabe)
- [ ] Plattformtests: Windows Terminal, Linux (mind. 2 Emulatoren), macOS
- [ ] Performance-Pass über die VM (nur falls nötig)
- [ ] `tbdosc build` → binäres Ergebnis: `.tbc`-Bytecode bzw. eigenständig
ausführbares Programm (Bytecode + eingebetteter Runner)
- [ ] Dokumentation: Sprachreferenz, Migrationshinweise, Beispielprogramme
- [ ] CI (GitHub Actions: Build + Tests auf allen drei Plattformen), Releases
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## Offene Fragen
- Umgang mit `CURRENCY` (`@`): als i64-Festkomma (×10 000) — klären, ob das
Vorbild ihn überhaupt in allen Kontexten unterstützt
- ISAM-Dateiunterstützung des Vorbilds: nachbilden oder als Nicht-Ziel erklären?
- `PEEK`/`POKE`/`CALL INTERRUPT` u. ä. Hardware-Nähe: sinnvolle Teilmenge
emulieren (z. B. Bildschirmspeicher B800) oder Laufzeitfehler?
- Unicode-Zeichen mit Darstellungsbreite ≠ 1 (Emoji, CJK): das Zellenmodell
ist strikt 1 Zeichen = 1 Zelle. Breite Zeichen ablehnen (Fehler 5),
ersetzen oder 2 Zellen belegen?
- `GET`/`PUT` mit Record-Typen unter UTF-8: feste Strings (`STRING * n`)
waren im Vorbild n Bytes — bei uns n Zeichen. Binärlayout der Records
festlegen (Vorschlag: UTF-8 mit Padding auf feste Bytelänge? Oder UTF-32?)
- Blink-Attribut (`COLOR` mit Vordergrund 1631): ignorieren, als „hell"
darstellen oder echtes Terminal-Blink nutzen (nicht überall unterstützt)?
- Lizenzwahl (MIT im Rahmen angenommen — bestätigen)