Files

32 lines
5.5 KiB
Markdown

## Context
`SourceUnit::parse` erhält Segmentherkunft. `tb-vm/src/project.rs::compile_project` parst heute alle Module, löst Exportdeklarationen und Konstanten auf, senkt sie erneut ab und verknüpft alles. Es gibt keinen inkrementellen Cache und keine Editor-Normalisierung. Das bestehende Budget steht in `bytecode-kompilat` und `docs/tbvm-design.md`. Dokumente und UI stammen aus 01/02.
## Goals / Non-Goals
**Goals:** Text und Diagnose identisch zur bestehenden Sprache; nur tatsächlich betroffene Module erneut übersetzen; Quellorte bis zur Diagnose erhalten.
**Non-Goals:** LSP, fremder Editorprozess, neuer BASIC-Parser, Rope ohne gemessenen Bedarf, teure Optimierung oder Live-Patching einer laufenden VM.
## Decisions
1. Ein dokumentbezogener Textpuffer mit Edit-Operationen reicht zunächst. Cursor/Selektion werden an Unicode-Grenzen geführt; Bildschirmspalten verwenden die vorhandene Unicode-Breitenlogik. Zusammengesetzte Aktionen (Paste, Replace All, Normalisierung, Prozedurerzeugung) sind eine Undo-Einheit. Die Zwischenablage ist IDE-intern verlässlich; ein späterer Betriebssystemadapter ist keine Voraussetzung für CUA-Kopieren zwischen IDE-Fenstern.
2. Normierung nutzt Tokenarten und Quellspannen des vorhandenen Frontends, keinen Regex-Ersatz auf dem gesamten Text. Nur eindeutig erkannte Keywords/Trennräume werden geändert; Strings, Kommentare, DATA und Typ-Suffixe bleiben erhalten. Token-/AST-Vergleich der Vorher-/Nachher-Programme prüft Semantikerhalt. Unvollständige Konstrukte werden durch den bestehenden Parserkontext als unfertig markiert, nicht mit einem zweiten permissiven Parser ausgeführt. Line Leave aktualisiert den betroffenen Modulstand; ein noch unvollständiges Modul bleibt nicht startbar.
3. Prozedurwahl zeigt Modulrumpf und SUB/FUNCTION-Einträge. Shift+F2 öffnet die Auswahl, Ctrl+F2 kehrt zur vorherigen Codeposition zurück. Die in der Spec konkretisierten Ctrl+Q-Chords sind Projektvorgaben für die in der Referenz nur allgemein genannte WordStar-Familie. Suchdialoge arbeiten zunächst auf dem aktiven Dokument oder dessen Auswahl; Projektweitsuche ist kein Phase-5-Punkt. Auswahl-Suche und F3 nutzen denselben Suchzustand.
4. Generierte DECLARE-Zeilen liegen in einem eindeutig kommentierten IDE-Bereich und werden signaturbasiert gepflegt. Vorhandene explizite passende Deklarationen gewinnen; widersprüchliche Handdeklarationen werden diagnostiziert. Der Speicherhook schreibt niemals einen nur teilweise aktualisierten deklarativen Vorspann. Unfertiger oder fehlerhafter Quelltext bleibt ausdrücklich speicherbar: dann wird die automatische DECLARE-Pflege vollständig übersprungen und erklärt, während der eingegebene Text unverändert als Entwurf gespeichert wird. DEFtype-Übernahme verwendet die am Erzeugungsort gültigen Vorgaben und erzeugt keine doppelten Header. FRM-Code benutzt denselben Hook.
5. Ein Cache innerhalb des vorhandenen Projektcompilers speichert Parsing und unverkettete Modulprodukte. Schlüssel umfassen Dokument-/Include-Inhalte, Modulidentität, Compilerkonfiguration, importierte öffentliche Vertragsinhalte und Forms-Metadaten. Abhängigkeiten folgen tatsächlicher Namensauflösung einschließlich CONST, TYPE, COMMON, DECLARE und Formularnamen. Private Rumpfänderungen invalidieren keine unabhängigen Module; Exportänderungen invalidieren transitive Verbraucher. Unsichere oder zuvor fehlerhafte Abhängigkeitsauflösung führt konservativ zur betroffenen vollständigen Neuauflösung, nicht zu einem vermeintlich gültigen alten Ergebnis.
6. Der vorhandene Linker verknüpft gecachte unverkettete Produkte neu und remappt alle Slot-, Typ-, Prozedur-, String-, DATA-, Objekt- und Quell-IDs. Bereits verknüpfte Produkte werden nicht durch Feldpatches wiederverwendet. Der bisherige Vollcompile bleibt als Vergleichspfad und CLI-Einstieg erhalten. Kein dauerhaftes Cache-Dateiformat.
7. Jede Diagnose und jedes Ergebnis gehört zu einem vollständigen Projektrevisionssatz. Start akzeptiert nur den aktuellen Satz; Compilefehler machen einen alten Erfolg nicht aktuell. Editieren während Break erzeugt eine neue Revision; die Laufentscheidung liegt bei 04. Ein einzelner UI-Prozess kann zunächst synchron auf Line Leave kompilieren, solange das bestehende Budget eingehalten wird; Hintergrund-Compiler und Cancellation werden nicht vorsorglich gebaut.
8. Tests vergleichen Voll-/Cachepfad für private Änderungen, Includes, transitive Konstanten, Typ-/COMMON-Änderungen, Entfernen/Umordnen von Modulen und Forms-Arrayänderungen. Zähler belegen Wiederverwendung; Benchmarks messen inklusive Invalidierung/Link mit dem vorhandenen Referenzprojekt. Keine fragile Millisekunden-Assertion in normalen Debug-CI-Tests.
## Risks / Trade-offs
- Verdeckte Deklarationsabhängigkeit → Export-/Importsignaturen aus realer Auflösung, Differentialtests gegen frischen Compile; bei Zweifeln sicher neu auflösen.
- Fehlerdialog beim unfertigen Block → zwischen unvollständig und eindeutig ungültig unterscheiden; Abbrechen lässt den Text stehen.
- Textnormalisierung verändert Programme → geschützte Tokenklassen und Idempotenz-/Semantiktests, bei uneindeutigem Fragment keine Normalisierung.
- Einfacher Textpuffer wird teuer → erst bei verfehltem Referenzbudget eine andere Datenstruktur erwägen.
## Migration Plan
Vollcompiler als Referenz beibehalten, Cache optional dazuschalten und mit denselben Quellen vergleichen. Generierte DECLARE-Blöcke sind normale BASIC-Kommentare und Deklarationen; Quellen bleiben mit der CLI lesbar. Cacheverlust bedeutet nur Neuübersetzung.