8.5 KiB
P-Code-Bibliotheken und Linker
Eine .tbl enthält übersetzte BASIC-Module mit Deklarationen, typisierten
Imports, COMMON-Verträgen, DATA, Forms-Anfangsdaten und Quellpositionen. Sie
enthält weder BASIC-Programmrümpfe als Quelltext noch native Runtime oder
Maschinencode. Dieselben Bytes sind für Windows amd64, macOS arm64 und Linux
amd64/arm64 vorgesehen. Der Verbraucher braucht die Bibliotheksquellen nicht.
Befehle
tbc build library.mak --library --output library.tbl
tbc link app.mak library.tbl --output app.tbc
tbc link app.mak library.tbl --exe --target aarch64-apple-darwin --output app
build --library akzeptiert BAS, FRM oder MAK sowie zusätzliche TBL-Eingaben.
Ohne --output entsteht eine gleichnamige .tbl. Alle angegebenen Module,
einschließlich eingebundener Bibliotheken, werden in Reihenfolge übernommen;
Abhängigkeiten werden flach mitgegeben, ohne automatische Paketsuche.
link benötigt ein BASIC-/Form-Hauptmodul oder ein entsprechendes MAK-Projekt.
Zusätzliche Argumente müssen TBL-Dateien sein. Ohne --exe entsteht ein
vollständig verknüpftes .tbc, standardmäßig neben dem Hauptprojekt. Ein
fertiges TBC kann ausschließlich mit tbc link app.tbc --exe verpackt werden;
weitere TBL-Dateien sind dabei unzulässig, da das TBC bereits aufgelöst ist.
--library und --exe schließen sich aus. --target und --template sind
EXE-Optionen. TBL-/Link-/EXE-Ausgaben überschreiben vorhandene Ziele nur mit
--force. Eingaben, Includes, MAK- und TBL-Dateien bleiben auch dann geschützt.
build app.mak, run app.mak und check app.mak verwenden denselben Resolver.
Beim erneuten build eines MAK mit TBL-Mitgliedern ist ebenfalls --force
zum Ersetzen nötig. Der bisherige Aufruf build source.bas bleibt eine
TBC-Übersetzung; reine Quellprojekte behalten ihre Standardausgabe.
Für TBL und TBC genügen die ausgelieferten TB-Werkzeuge. Ein C-/Rust-Compiler
oder nativer Linker wird beim Anwender nicht aufgerufen. Für EXE gilt der
Runtime-Vorlagenvertrag: passende vorgebaute
runtimes/<Triple>/tbrt[.exe] mit Metadaten oder ausdrücklich --template;
auf macOS die dort beschriebene System-Signierung. Eine fehlende, falsche oder
inkompatible Vorlage liefert eine Diagnose und kein fertiges Executable.
Projektmitglieder, Auflösung und Initialisierung
Beispiel app.mak:
' $STARTUP: "main.bas"
main.bas
lib/common.tbl
last.bas
MAK-Pfade sind relativ zur MAK-Datei und werden wie bisher ohne Beachtung der Groß-/Kleinschreibung aufgelöst. Eine TBL wird an ihrer Position in ihre Modulreihenfolge aufgefächert. Zusätzliche CLI-Bibliotheken folgen danach. Das gewählte Quell-Startmodul steht zuerst; ohne explizite Wahl ist es das erste Quellmitglied. Eine TBL ist weder Textdokument noch Startdatei. Die Form-Startauswahl gehört dem Verbraucher; eine Bibliothek speichert keine aktive Startform. Reine Forms-Projekte behalten ihren bisherigen Startvertrag.
Alle globalen Anfangswerte und Array-Initialisierungen stehen vor den
Modulrümpfen bereit. Die Rümpfe folgen der erweiterten Projektreihenfolge mit
dem normalen BASIC-Kontrollfluss: ein END im Hauptmodul beendet auch das
Gesamtprogramm. Ein Prozeduraufruf führt keinen zusätzlichen Modulrumpf aus.
RUN ohne Ziel erzeugt die gesamte Runtime einschließlich Bibliotheksvariablen,
DATA-Zeiger, Forms und Textbildschirm erneut. Gespeicherte physische Quellorte
und BASIC-Zeilenlabels bleiben für Laufzeitfehler verfügbar.
Die vorhandene Sichtbarkeit gilt: lokale Definitionen gewinnen, fremde
Prozeduren müssen eindeutig sein, Konstanten und TYPE-Deklarationen werden
vor der Verbraucher-Semantikanalyse importiert. Prozedurparameter und
Ergebnisse werden nach dem UDT-Remapping geprüft; COMMON wird nur bei
kompatiblen Typen und Array-Grenzen geteilt. Offene DECLARE-Imports dürfen in
einer TBL verbleiben, müssen aber im ausführbaren Endprodukt aufgelöst sein.
Nicht aufgerufene reine DECLARE-Prototypen sind keine Imports und werden aus
dem Endprodukt entfernt; Aufrufe in mitgelieferten Prozedurrümpfen müssen auch
dann auflösbar sein, wenn diese Prozedur noch nicht aufgerufen wird. Die bereits
vorhandenen nativen Runtime-Dialogfunktionen bleiben Runtime-Imports.
Doppelte Modulidentitäten, etwa durch überlappende flache Bibliotheken, sind
Fehler. Bibliotheksdateien werden bei jedem Build nach ihrem tatsächlichen
Inhalt gelesen; gleiche Dateigröße oder Zeitstempel können alte Deklarationen
oder alten Code nicht im Ergebnis festhalten.
TBL-Version 1
Alle Ganzzahlen sind Little Endian und haben feste Breiten; Zeichenketten sind
UTF-8 mit u32-Byteanzahl. Es werden keine Rust-Structlayouts serialisiert.
| Feld | Darstellung |
|---|---|
| Magic | vier Bytes TBL\0 |
| TBL-Version | u16, aktuell 1 |
| P-Code-Version | u16, aktuell TBC 4 |
| Runtime-Vertragsversion | u32, aktuell 1; gemeinsam mit EXE-Vorlagen |
| Modulanzahl | u32, 1 bis 65535 |
| Module | je u32-Abschnittslänge und Abschnittsbytes |
| Prüfsumme | u64 FNV-1a über alle vorherigen Bytes; erkennt Beschädigung, authentisiert keine Herkunft |
Ein Modulabschnitt enthält in dieser Reihenfolge:
- Modulname und Quellposition (
source,line,column, jeweilsu32). - Exportdeklarationen mit
u32-Anzahl: Prozedur (Tag 0), TYPE (Tag 1), aufgelöste Konstante (Tag 2). Jede Deklaration hat eine Quellposition. Prozeduren speichern Art, Name, Suffix und Parameter mit Name, Suffix, Array-Markierung und optionalem Typ. TYPE speichert Namen und geordnete Felder. Konstanten speichern Name, Suffix und gefaltetesf64oder String. - Deklarationsorte (Name/Position) und Namen tatsächlich definierter
Prozeduren, jeweils mit
u32-Anzahl. Die übrigen typisierten Prozedurzeilen im Modulprodukt sind Imports. Es werden keine vollständigen ASTs gespeichert. - COMMON-Zeilen mit Slot (
u16), optionalem Blocknamen, Schlüssel, HIR-Typ, Position und optionalen Array-Grenzen (i32, einzeln optional). u32-Länge und Bytecode-Produkt mit dem bestehenden TBC-Codec. Dieses Produkt ist unverknüpft und auf genau ein Modul begrenzt: eigene Quell-IDs, Typen, Globals, Prozeduren, Strings, DATA, Sprungtabellen, Objektkatalog, Ereignisse und eigene Forms-Anfangswerte. Es ist kein umbenanntes fertiges Projekt-TBC.
Optionen und Booleans sind strikt 0/1; Suffixe sind 0 oder das ASCII-Zeichen
%, &, !, #, $, @. Typ-Tags 0–9 stehen für INTEGER, LONG, SINGLE,
DOUBLE, CURRENCY, STRING, festen STRING (i64 Länge), FORM, CONTROL und TYPE
(UTF-8-Name). Konstantenwert-Tags sind 0 (f64) und 1 (String).
Der Leser prüft Prüfsumme, Versionen, Abschnittsgrenzen, Restbytes, Tags, Tabellen- und Symbolreferenzen, Export-/Bytecode-Signaturen, COMMON sowie Forms-Anfangsdaten vor der Weitergabe. Der Linker prüft auch die vereinigten Tabellengrenzen und remappt alle Typ-, Global-, Prozedur-, String-, DATA-, Sprung-, Objekt-, Ereignis- und Quellreferenzen. Veröffentlichungen verwenden die gemeinsame temporäre Datei mit erneuter Validierung, Abbruchprüfung und atomarer Freigabe. Fehler erhalten vorhandene Ziele und Eingaben.
Reproduzierbare Abnahme und Übergabe
tests/libraries/portable.tbl ist das gemeinsame unveränderte TBL-Artefakt.
Seine SHA-256 lautet
5d25c2f8c95ae535e55a6c84c1ddd0d964358863f4f3c780c50ac4a2eb3594df.
portable.bas dokumentiert den einmaligen Ursprung; die Verbraucherprobe
liest oder übersetzt diese Quelle nicht.
python3 tests/support/library-abnahme.py --bin-dir target/release
Auf jedem echten Ziel werden dieselben TBL-Bytes geprüft, ein separater
Verbraucher zu TBC und EXE verknüpft und nach Entfernen von Quellen, TBL, TBC
und Runtime-Vorlage das Executable mit leerem PATH ausgeführt. Resultate,
Dateieffekt und Neustart durch RUN werden geprüft. Die JSON-Ausgabe nennt
Host-Target, Prüfsumme und Ergebnis. Ein Cross-Compile ersetzt diesen Lauf
nicht. Die vier JSON-Nachweise gehören in die Plattform-/Gitea-Abnahme.
IDE-Change 04 kann ProjectSources::compile_library, compile und
protected_inputs sowie ProjectCompiler::link_library nutzen. Er ergänzt
das IDE-Dokumentmodell für nicht editierbare TBL-Mitglieder und verbindet
Make Library/Make EXE mit derselben Veröffentlichung; die UI ist Teil von 04.
Change 05 führt den identischen Verbrauchercheck auf allen vier echten
Zielsystemen aus. Change 06 baut die vier nativen Compiler-/Runtime-Pakete
zentral auf dem Linux-arm64-Gitea-Runner per Cross-Kompilierung und bindet
die echten Verbraucherprüfungen für die entpackten Pakete an Revision und
Paketprüfsumme. Vier native Buildrunner sind dafür nicht erforderlich.