OpenSpec-Baseline: Phasen 0/1 als Specs nachgeruestet

Change "baseline-phasen-0-1" (Explore/Retrofit des umgesetzten Stands),
per Archiv in die Haupt-Specs uebernommen und validiert:
- sprach-frontend (6 Requirements: Lexik, Literal-Typisierung,
  Anweisungs-Grammatik, Semantik, Non-Feature-Abweisung, Diagnostik)
- laufzeitfehler (2: Katalog 1-480, Unprintable error)
- textbildschirm (5: dynamische Groesse, PRINT/Scroll, Cursor-API,
  Farbpalette/Blink, Unicode-Zellenmodell)
- kompat-testkorpus (2: byte-genaue Sollausgaben, Frontend-Meilenstein)

Workflow ab jetzt je Phase: Explore -> Proposal -> Umsetzung -> Archiv.

Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
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2026-09-02 09:47:01 +02:00
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@@ -0,0 +1,31 @@
# kompat-testkorpus Specification
## Purpose
Der Kompatibilitäts-Testkorpus hält das Sollverhalten des Dialekts als
ausführbare Spezifikation fest: Referenzprogramme mit byte-genau
dokumentierter Ausgabe, gegen die Frontend und (ab Phase 2) Laufzeit
geprüft werden.
## Requirements
### Requirement: Korpusdateien mit byte-genauer Sollausgabe
Jedes Korpusprogramm `tests/compat/<name>.bas` SHALL eine `<name>.out`
mit der exakten Konsolenausgabe besitzen (UTF-8, LF-Zeilenenden).
Nachgestellte Leerzeichen sind signifikant — `PRINT` gibt Zahlen mit
führendem Vorzeichen-/Leerzeichen und nachgestelltem Leerzeichen aus,
auch am Zeilenende; `.gitattributes` MUST die `.out`-Dateien vor
Zeilenenden-Konvertierung schützen.
#### Scenario: Zahlformatierung in der Sollausgabe
- **WHEN** ein Korpusprogramm `PRINT 1; 2; 3` enthält
- **THEN** lautet die Sollzeile ` 1 2 3 ` (mit nachgestelltem Leerzeichen)
### Requirement: Frontend-Meilenstein über den Korpus
Ein automatischer Test SHALL alle `tests/compat/*.bas` durch das
Sprach-Frontend führen und fehlschlagen, sobald eine Datei Diagnosen
liefert. (Ab Phase 2 kommt der Laufzeitvergleich `tbc run``.out`
hinzu.)
#### Scenario: Korpus bleibt kompilierbar
- **WHEN** die Frontend-Testsuite läuft
- **THEN** parsen alle Korpusdateien diagnose-frei und der Test nennt andernfalls Datei und Diagnose

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# laufzeitfehler Specification
## Purpose
Der Laufzeitfehler-Katalog bildet Codes und Meldungstexte des Vorbilds
originalgetreu ab; Programme prüfen `ERR` gegen diese Nummern, daher sind
sie Teil des Kompatibilitätsvertrags.
## Requirements
### Requirement: Klassischer Fehlerkatalog
Die Laufzeitbibliothek SHALL alle Fehlercodes des Vorbilds mit den
originalen (englischen) Meldungstexten bereitstellen: klassische Codes
176 (z. B. 6 „Overflow", 9 „Subscript out of range", 53 „File not
found"), ISAM-Codes 8089 und Forms-Codes 260480 (z. B. 272 „Invalid
when forms are showing", 403 „MDI form cannot be shown modally",
431 „No currently active form").
#### Scenario: Bekannter Code
- **WHEN** Fehlercode 6 abgefragt wird
- **THEN** lautet der Meldungstext exakt „Overflow"
#### Scenario: Forms-Code
- **WHEN** Fehlercode 431 abgefragt wird
- **THEN** lautet der Meldungstext „No currently active form"
### Requirement: Unbelegte Codes
Unbelegte Fehlernummern SHALL den Meldungstext „Unprintable error"
liefern (Verhalten des Vorbilds bei `ERROR n`); Nummer 105 ist im
Vorbild intern reserviert und bleibt unbelegt.
#### Scenario: Unbelegter Code
- **WHEN** Fehlercode 105 oder 200 abgefragt wird
- **THEN** lautet der Meldungstext „Unprintable error"

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# sprach-frontend Specification
## Purpose
Das Sprach-Frontend übersetzt Terminal-Basic-Quelltext (VBDOS-kompatibler
Dialekt) in einen typgeprüften AST: Lexer, fehlertoleranter Parser und
semantische Analyse mit Diagnostik nach den Meldungstexten des Vorbilds.
## Requirements
### Requirement: Lexikalische Analyse nach Sprachreferenz
Der Lexer SHALL Quelltext gemäß docs/sprachreferenz.md §1 zerlegen:
Typ-Suffixe (`% & ! # $ @`) an Bezeichnern und Literalen, case-insensitive
Keywords (Bibliotheksnamen bleiben Bezeichner), `'`/`REM`-Kommentare,
`:`-Anweisungstrenner, Zeilenfortsetzung mit `_`, Hex- (`&H`) und
Oktal-Literale (`&O`), `""`-Escape in Strings sowie die Metabefehle
`'$INCLUDE`, `'$STATIC`, `'$DYNAMIC`.
#### Scenario: Suffix trennt Bibliotheksfunktion von Keyword
- **WHEN** der Lexer `STRING$` und `STRING` liest
- **THEN** wird `STRING$` als Bezeichner (Builtin) und `STRING` als Typ-Keyword erkannt
#### Scenario: Zeilenfortsetzung
- **WHEN** eine Zeile nach Leerraum mit `_` endet
- **THEN** wird die Folgezeile ohne Zeilenende-Token angeschlossen
### Requirement: Literal-Typisierung
Der Lexer SHALL numerische Literale typisieren: Ganzzahlen INTEGER → LONG
→ Gleitkomma nach Wertebereich; `E`-Exponent → SINGLE, `D`-Exponent →
DOUBLE; Suffixe erzwingen den Typ (Überlauf → Diagnose „Overflow");
Dezimalpunkt-Literale bis 7 signifikante Stellen → SINGLE, darüber →
DOUBLE (Projektentscheidung 2026-09-02); `@`-Literale als
Currency-Festkomma ×10 000.
#### Scenario: Schwelle SINGLE/DOUBLE
- **WHEN** die Literale `1.5` und `3.14159265` gelext werden
- **THEN** ist `1.5` SINGLE und `3.14159265` DOUBLE
### Requirement: Vollständige Anweisungs-Grammatik
Der Parser SHALL den Anweisungssatz des Dialekts in einen AST überführen,
darunter: Zuweisung inkl. `MID$`-Anweisung, `PRINT`/`LPRINT` (mit
`USING`/`#`-Datei, `?`-Kurzform), `INPUT`/`LINE INPUT`, `IF` (Block und
einzeilig, `THEN zeilennummer`), `SELECT CASE` (Werte, `TO`-Bereiche,
`IS`-Vergleiche, `CASE ELSE`), `FOR`/`DO`/`WHILE`-Schleifen mit `EXIT`,
`GOTO`/`GOSUB`/`RETURN`/`ON … GOTO|GOSUB`, `ON [LOCAL] ERROR`/`RESUME`,
`DIM`/`REDIM`/`ERASE`/`CONST`/`DEFtype`/`OPTION`/`TYPE…END TYPE`/
`DECLARE`/`SUB`/`FUNCTION`/`CALL`, `COMMON`/`SHARED`/`STATIC`,
`DATA`/`READ`/`RESTORE`, `DEF FN` (einzeilig und Blockform),
`VIEW PRINT`, `NAME … AS`, Ereignissteuerung (`TIMER/KEY(n)/UEVENT
ON|OFF|STOP`) sowie die komplette Datei-E/A-Grammatik (`OPEN` in beiden
Syntaxen inkl. `ISAM`-/`ACCESS`-/`LOCK`-Klauseln, `CLOSE`, `FIELD`,
`GET`/`PUT`, `LSET`/`RSET`, `WRITE`, `SEEK`, `LOCK`/`UNLOCK`).
Zeilennummern und Labels am Zeilenanfang SHALL als Sprungziele erfasst
werden.
#### Scenario: Blockstrukturen über mehrere Zeilen
- **WHEN** ein `SELECT CASE` mit `CASE 1: PRINT "eins"` und `CASE ELSE` geparst wird
- **THEN** entsteht ein Select-Knoten mit zwei Armen und Inline-Anweisungen im ersten Arm
#### Scenario: Fehlertoleranz je Anweisung
- **WHEN** eine Anweisung einen Syntaxfehler enthält
- **THEN** wird eine Diagnose mit Position gesammelt, bis zum Anweisungsende synchronisiert und die Folgeanweisung normal geparst
### Requirement: Semantische Prüfung
Die Semantik SHALL prüfen: Typkompatibilität (numerisch ↔ numerisch,
String ↔ String; sonst „Type mismatch"), implizite Deklaration bei
Erstverwendung (Suffix-getrennte Variablen), `DEFtype`-Buchstabenbereiche,
`OPTION EXPLICIT` („Variable not defined"), Arrays (implizit, `DIM`,
`REDIM`; doppelte explizite Deklaration → „Duplicate definition"),
UDT-Feldzugriffe (`kunde.name` mit Feldtyp; unbekanntes Feld → „Element
not defined"), `SHARED`-Import von Modulvariablen in Prozeduren,
Konstantenfaltung für `CONST` (nicht konstant → „Invalid constant"),
Sprungziele („Label not defined") sowie Prozedur- und Builtin-Signaturen
(Anzahl → „Argument-count mismatch", Typen).
#### Scenario: Typkonflikt
- **WHEN** `a$ = 1` geprüft wird
- **THEN** wird „Type mismatch" mit Quelltextposition gemeldet
#### Scenario: UDT-Feldtyp
- **WHEN** ein `TYPE` mit Feld `Name AS STRING * 30` deklariert ist und `k.Name = 5` geprüft wird
- **THEN** wird „Type mismatch" gemeldet
### Requirement: Compile-Zeit-Abweisung deklarierter Non-Features
Die Semantik MUST jede Verwendung der in docs/sprachreferenz.md
(„Abweichungen") deklarierten Non-Features — Hardware-Nähe (`PEEK`,
`POKE`, `INP`, `OUT`, `WAIT`, `BLOAD`/`BSAVE`, `VARPTR`-Familie, `CALL
ABSOLUTE`/`INTERRUPT`, `IOCTL`), `CHAIN`, Grafik-Anweisungen, `SOUND`/
`PLAY` und die Event-Geräte `COM`/`PEN`/`PLAY`/`STRIG` — zur Compile-Zeit
mit der Meldung „Feature unavailable" abweisen. Dokumentierte Features
außerhalb dieser Liste MUST NOT abgewiesen werden (Guiding Principle).
#### Scenario: Hardware-Zugriff
- **WHEN** `POKE 100, 1` oder `x = PEEK(100)` kompiliert wird
- **THEN** erscheint die Compile-Diagnose „Feature unavailable"
### Requirement: Diagnostik mit Vorbild-Meldungen
Diagnosen SHALL exakte 1-basierte Quelltextpositionen (Zeile, Spalte)
tragen; die Meldungstexte SHALL dem Katalog des Vorbilds folgen, wo eine
Entsprechung existiert (z. B. „Type mismatch", „Duplicate definition",
„Label not defined", „Subprogram not defined", „Overflow").
#### Scenario: Position in der Diagnose
- **WHEN** in Zeile 3 ein Typkonflikt auftritt
- **THEN** nennt die Diagnose Zeile 3 und die Spalte des Ausdrucks

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@@ -0,0 +1,65 @@
# textbildschirm Specification
## Purpose
Der emulierte Textbildschirm ist die Rendering-Grundlage für `PRINT`,
`LOCATE`, `COLOR`, `CLS` und später die Forms-Engine: Unicode-Zellenpuffer
mit dynamischer Terminalgröße und klassischer 16-Farben-Palette auf
Ratatui.
## Requirements
### Requirement: Dynamische Terminalgröße mit Mindestmaß
Der Bildschirm SHALL der Terminalgröße folgen (Puffer per `resize`
anpassbar; Inhalt bleibt oben links erhalten, Cursor wird geklemmt).
Die Mindestgröße ist 80×25: kleinere Werte werden auf 80×25 geklemmt,
und ist die Render-Fläche kleiner als 80×25, SHALL nur ein Hinweis
„Terminal zu klein" mit Ist- und Mindestgröße gerendert werden.
#### Scenario: Vergrößertes Terminal
- **WHEN** der Bildschirm auf 120×40 gesetzt wird
- **THEN** sind alle 120 Spalten und 40 Zeilen adressierbar (`LOCATE 40, 120`)
#### Scenario: Zu kleines Terminal
- **WHEN** die Render-Fläche 60×20 misst
- **THEN** erscheint statt des Puffers der Hinweis mit Minimum 80×25
### Requirement: PRINT-Semantik mit Umbruch und Scrollen
`print` SHALL Zeichen an der Cursorposition ausgeben, am rechten Rand
umbrechen und am unteren Rand des Scrollbereichs den Bereich um eine
Zeile nach oben scrollen; `\n` bricht um, `\r` setzt an den Zeilenanfang.
`VIEW PRINT oben TO unten` SHALL das Scrollen auf den Bereich begrenzen;
ohne eigene Einstellung folgt der Scrollbereich der Bildschirmgröße.
#### Scenario: Scrollen in VIEW-PRINT-Bereich
- **WHEN** der Scrollbereich Zeilen 35 umfasst und in Zeile 5 ein Umbruch erfolgt
- **THEN** scrollen nur die Zeilen 35; Kopfzeilen außerhalb bleiben unverändert
### Requirement: 1-basierte Cursor-API mit Bereichsprüfung
`LOCATE`, `CSRLIN` und `POS` SHALL 1-basiert arbeiten; `LOCATE`
außerhalb der aktuellen Bildschirmgrenzen SHALL als Fehler abgewiesen
werden (Basis für Laufzeitfehler 5).
#### Scenario: Grenzprüfung
- **WHEN** bei 80×25 `LOCATE 26, 1` aufgerufen wird
- **THEN** wird der Aufruf abgewiesen
### Requirement: Klassische Farbpalette und Blink-Simulation
Der Bildschirm SHALL die klassische Palette abbilden (Vordergrund 015,
Hintergrund 07) und auf ANSI-Indexfarben mappen (klassisch 1 = Blau ↔
ANSI 4 usw.). Blinkende Vordergrundfarben (1631) SHALL als „hell"
simuliert werden (Farbe 16, Intensitätsbit gesetzt) — kein echtes
Terminal-Blinken.
#### Scenario: Blink wird hell
- **WHEN** `COLOR 17, 0` gesetzt wird (blinkend Blau)
- **THEN** wird mit heller Vordergrundfarbe 9 gerendert
### Requirement: Unicode-Zellenmodell
Der Puffer SHALL Unicode-Zeichen speichern (keine CP437-Emulation);
aktuell gilt strikt 1 Zeichen = 1 Zelle. (Zeichen mit Darstellungsbreite
2 belegen künftig zwei Zellen — beschlossene Änderung, Umsetzung in
Phase 3 als eigenes Change.)
#### Scenario: Umlaute und Symbole
- **WHEN** `Ä☃` ausgegeben wird
- **THEN** belegen `Ä` und `☃` je genau eine Zelle