# Phase 3 (Abschluss) — ISAM-Datenbankunterstützung ## Why Die Leitplanke „Vollständigkeit ist das Soll" und die Entscheidung vom 2026-09-02 legen fest: ISAM wird implementiert, es ist kein Non-Feature. Heute existiert davon nur eine Parser-Klausel — `OPEN … FOR ISAM typname tabellenname AS #n` wird erkannt und auf den „nicht verfügbar"-Marker abgesenkt. Die eigentlichen ISAM-Anweisungen und -Funktionen (`CREATEINDEX`, `SETINDEX`, `INSERT`, `RETRIEVE`, `UPDATE`, `DELETE`, die `MOVE`- und `SEEK`-Familien, die Transaktionsanweisungen) besitzen im Frontend **keine Signatur**. Sie enden damit in „unbekannter Bezeichner" bzw. einem generischen Syntaxfehler — genau der Fall, den der Guiding Principle als Bug definiert: ein dokumentiertes Feature wird still und ohne Namensnennung abgewiesen. Die Laufzeitfehler 81–89 des ISAM-Bereichs sind bereits als `tb_runtime::errors` implementiert und warten auf ihre Auslöser. Dieser Change schließt Phase 3 ab. Der vorausgehende Change `phase-3-runtime-bildschirm` liefert die Datei-E/A-Grundlage (Dateitabelle, Recordpuffer, UTF-32-Festtextfelder), auf der ISAM aufsetzt, sowie das Inventar, in dem die ISAM-Elemente ihren Status führen. ## What Changes - **ISAM-Elemente erhalten Frontend-Signaturen**: Sämtliche in der Original-Hilfe dokumentierten ISAM-Anweisungen und -Funktionen werden in Grammatik und Signaturprüfung aufgenommen, damit ihre Verwendung namentlich diagnostiziert statt als unbekannter Bezeichner behandelt wird. Den maßgeblichen Umfang bestimmt das Sprachinventar aus `phase-3-runtime-bildschirm`; nach heutigem Stand umfasst er mindestens `CREATEINDEX`, `DELETEINDEX`, `SETINDEX`, `GETINDEX$`, `INSERT`, `RETRIEVE`, `UPDATE`, `DELETE`, `DELETETABLE`, `MOVEFIRST`, `MOVELAST`, `MOVENEXT`, `MOVEPREVIOUS`, `SEEKEQ`, `SEEKGT`, `SEEKGE`, `BEGINTRANS`, `COMMITTRANS`, `ROLLBACK`/`ROLLBACK ALL`, `SAVEPOINT` (Funktion), `SETMEM` (Funktion), `BOF` sowie das ISAM-Verhalten von `EOF`, `DELETE`, `LOF` und `LOC`. - **ISAM-Datenbanken und Tabellen**: `OPEN … FOR ISAM typname tabellenname AS #n` bindet eine Tabelle einer Datenbankdatei an eine Dateinummer; das Satzlayout ergibt sich aus dem benannten benutzerdefinierten Typ. Tabellen entstehen beim ersten Öffnen, `DELETETABLE` entfernt sie. - **Indizes**: benannte Indizes über eine oder mehrere Spalten, eindeutig oder mehrdeutig, mit auf- und absteigender Ordnung; `SETINDEX` wählt den aktiven Index und bestimmt damit die Satzreihenfolge, `GETINDEX$` liefert ihn zurück. - **Satzoperationen und Cursor**: `INSERT`, `RETRIEVE`, `UPDATE`, `DELETE` arbeiten auf dem aktuellen Satz; die `MOVE`-Familie bewegt den Cursor in der Ordnung des aktiven Index, die `SEEK`-Familie positioniert über Schlüsselvergleiche (gleich, größer, größer-gleich). `EOF` und `BOF` melden das Überlaufen des Cursors am Ende bzw. am Anfang. - **Transaktionen**: `BEGINTRANS`, `COMMITTRANS`, `ROLLBACK` und `ROLLBACK ALL` mit Rücknahme aller Änderungen seit Transaktionsbeginn bzw. seit einem Sicherungspunkt; `SAVEPOINT` ist eine **Funktion** und liefert die Kennung des gesetzten Sicherungspunkts. - **Vergleichsreihenfolge**: Die Sortierordnung der Indizes wird unter Unicode festgelegt und dokumentiert. - **ISAM-Fehlersemantik**: Die vorhandenen Fehlercodes 81–89 werden von den entsprechenden Situationen ausgelöst (ungültiger Name, Tabelle nicht gefunden, Index nicht gefunden, ungültige Spalte, kein aktueller Satz, Verstoß gegen einen eindeutigen Index, ungültige Operation auf NULL-Index, inkonsistente Datenbank, zu wenig Puffer). - **Eigenes Datenbankdateiformat**: Die Datenbankdatei ist bewusst nicht binärkompatibel zum Vorbild — dieselbe Linie wie bei den UTF-32- Records. Das Format wird in `docs/dateiformate.md` beschrieben. **Non-Goals:** Ein Konvertierungswerkzeug für Datenbankdateien des Vorbilds; die eingebettete SQL-Erweiterung samt `WHILE SELECT` (Stufe 2, Ideenspeicher); Mehrprozess-Zugriff über Betriebssystemgrenzen hinweg jenseits der Satzsperren aus `datei-eio`. ## Capabilities ### New Capabilities - `isam-datenbank`: indizierter Satzzugriff — Datenbank- und Tabellenbindung an Dateinummern, Indexverwaltung, Cursorbewegung und Schlüsselsuche, Satzoperationen, Transaktionen, Vergleichsreihenfolge und die ISAM-Fehlersemantik (Codes 81–89). ### Modified Capabilities - `sprach-frontend`: Die Grammatik und die Signaturprüfung SHALL die ISAM-Anweisungen und -Funktionen umfassen, sodass ihre Verwendung namentlich diagnostiziert wird statt als unbekannter Bezeichner. ## Impact - `crates/tb-frontend`: neue Anweisungsgrammatik und Signaturen für die ISAM-Elemente; die bisherige `Unsupported`-Absenkung von `OPEN … FOR ISAM` entfällt. - `crates/tb-runtime`: neues ISAM-Modul (Speicher, Indizes, Cursor, Transaktionen) auf der Dateitabelle und den Recordpuffern aus `phase-3-runtime-bildschirm`. - `crates/tb-vm`: neue Builtin-Indizes für die ISAM-Anweisungen. - `tests/compat`: neue Korpusprogramme für Indexordnung, Schlüsselsuche, Eindeutigkeitsverletzung, Cursorenden und Transaktionsrücknahme. - `docs/`: `docs/dateiformate.md` um das Datenbankdateiformat erweitert; `docs/bibliothek.md` um die ISAM-Elemente; `docs/inventar.md` wechselt deren Status auf `implementiert`; `docs/sprachreferenz.md` hält die Sortierordnung und die Inkompatibilität des Dateiformats fest. - PLAN.md: Phase 3 gilt mit diesem Change als abgeschlossen.