# vm-fehlerbehandlung Specification ## Purpose Die BASIC-Fehlersemantik (`ON ERROR GOTO`, `ON LOCAL ERROR`, `RESUME`, `ERR`/`ERL`) ist Teil des Kompatibilitätsvertrags: Programme des Vorbilds verlassen sich auf Handler-Scoping, Propagation und Wiederaufnahme exakt wie dokumentiert. ## Requirements ### Requirement: Handler-Scoping nach Vorbild `ON ERROR GOTO label` SHALL einen modulweiten Handler aktivieren (auch wenn die Anweisung in einer Prozedur steht); `ON LOCAL ERROR GOTO label` SHALL einen prozedurlokalen Handler aktivieren, der den modulweiten für die Dauer des Prozedurlaufs verdeckt. `ON [LOCAL] ERROR GOTO 0` deaktiviert den jeweiligen Handler. Tritt ein Fehler in einer Prozedur ohne zuständigen Handler auf, SHALL er die Aufrufkette hochpropagieren, bis ein aktiver Handler gefunden ist; ohne Handler bricht das Programm mit der Fehlermeldung und der Quellzeile ab. #### Scenario: Modulweiter Handler fängt Prozedurfehler - **WHEN** das Hauptprogramm `ON ERROR GOTO Fehler` gesetzt hat und eine gerufene SUB Fehler 6 auslöst - **THEN** springt die Ausführung in den Handler `Fehler` und `ERR` ist 6 #### Scenario: Lokaler Handler verdeckt modulweiten - **WHEN** eine Prozedur `ON LOCAL ERROR GOTO L` gesetzt hat und in ihr ein Fehler auftritt - **THEN** behandelt `L` den Fehler, nicht der modulweite Handler #### Scenario: Ohne Handler bricht das Programm ab - **WHEN** Fehler 9 ohne aktiven Handler auftritt - **THEN** endet das Programm mit der Meldung „Subscript out of range" und der Quellzeile ### Requirement: ERR und ERL Beim Eintritt in einen Handler SHALL `ERR` den Fehlercode liefern und `ERL` die zuletzt vor dem Fehler ausgeführte **numerische** Zeilennummer (0, wenn keine numerischen Zeilennummern durchlaufen wurden — alphanumerische Labels zählen nicht). `ERROR n` SHALL Fehler `n` künstlich auslösen und dieselbe Maschinerie durchlaufen. #### Scenario: ERL bei Label-Programm - **WHEN** ein Programm ohne numerische Zeilennummern einen Fehler behandelt - **THEN** liefert `ERL` 0 #### Scenario: ERROR-Anweisung - **WHEN** `ERROR 53` bei aktivem Handler ausgeführt wird - **THEN** wird der Handler mit `ERR` = 53 betreten ### Requirement: RESUME-Semantik Im Handler SHALL `RESUME` (bzw. `RESUME 0`) die fehlerauslösende Anweisung wiederholen, `RESUME NEXT` mit der Anweisung danach fortfahren und `RESUME label` an das Ziel springen. `RESUME` außerhalb einer aktiven Fehlerbehandlung MUST Fehler 20 „RESUME without error" auslösen. Nach `RESUME` gilt die Fehlerbehandlung als abgeschlossen (`ERR` wird zurückgesetzt). #### Scenario: RESUME NEXT - **WHEN** ein Handler nach Fehler 11 (`Division by zero`) `RESUME NEXT` ausführt - **THEN** wird die auf die Division folgende Anweisung ausgeführt #### Scenario: RESUME ohne Fehler - **WHEN** `RESUME` außerhalb eines Handlers ausgeführt wird - **THEN** tritt Laufzeitfehler 20 auf ### Requirement: Fehler im Handler ist fatal Tritt ein Fehler auf, während die Fehlerbehandlung aktiv ist (zwischen Handler-Eintritt und `RESUME`), SHALL das Programm ohne erneute Handler-Suche mit der Fehlermeldung abbrechen (keine Fehlerkaskaden, Verhalten des Vorbilds). #### Scenario: Kein Kaskadieren - **WHEN** im aktiven Handler selbst Fehler 6 auftritt - **THEN** bricht das Programm mit „Overflow" ab, auch wenn ein Handler registriert ist