# bytecode-kompilat Specification ## Purpose Das Bytecode-Kompilat ist das serialisierbare Ergebnis der Übersetzung: Der Codegenerator senkt das typisierte HIR in einen monomorphen Opcode-Satz ab, der `.tbc`-Container hält es als stabiles, dokumentiertes Format, und das Instant-Compile-Budget sichert den schnellen Edit-Run-Zyklus. ## Requirements ### Requirement: Monomorpher Opcode-Satz Der Codegenerator SHALL jedes HIR-Konstrukt in typisierte, monomorphe Opcodes übersetzen: Arithmetik, Vergleiche und Konvertierungen tragen den Operandentyp im Opcode (kein Tag-Dispatch über Werte zur Laufzeit); implizite Konvertierungen erscheinen als explizite Konvertierungs-Opcodes an den vom HIR bestimmten Stellen. Der Opcode-Satz SHALL in docs/tbvm-design.md vollständig dokumentiert sein. Die Dokumentation SHALL sämtliche tatsächlich serialisierbaren Instruktionen einschließlich Forms, Ereignissteuerung und Dateioperationen mit Operanden und Encoding führen. #### Scenario: Gemischter Ausdruck wird monomorph - **WHEN** `d# = i% + 1.5#` übersetzt wird (INTEGER-Variable, DOUBLE-Ziel) - **THEN** enthält der Bytecode einen Konvertierungs-Opcode INTEGER→DOUBLE und eine DOUBLE-Addition, keinen generischen Additions-Opcode #### Scenario: Namen sind zur Laufzeit aufgelöst - **WHEN** eine Variable oder Prozedur im Bytecode referenziert wird - **THEN** geschieht das über Slot- bzw. Tabellenindizes, nicht über Namens-Lookups ### Requirement: `.tbc`-Containerformat Das Kompilat SHALL als `.tbc`-Datei serialisierbar und wieder ladbar sein: Magic `TBC\0`, Formatversion und dokumentierte Abschnittstabelle. Der Container SHALL Quellen und Module, Konstantenpool, TYPE-Layouts, modulqualifizierte Prozeduren mit vollständiger Signatur, Locals und Code, DATA sowie die vollständigen Forms-Anfangsbeschreibungen führen. Code und Quellortinformationen SHALL inline in den Prozeduren liegen dürfen; eigenständige CODE-/LINES-Abschnitte sind nicht erforderlich. Laden und erneutes Serialisieren MUST verlustfrei sein; eine unbekannte Formatversion MUST mit einer klaren Fehlermeldung abgewiesen werden. Ein aus FRM- oder Projektquellen gebautes Kompilat SHALL ohne erneuten Zugriff auf diese Quellen ausführbar sein und ihre Anfangseigenschaften und Designzeit-Control-Arrays bewahren. #### Scenario: Roundtrip - **WHEN** ein kompiliertes Modul als `.tbc` geschrieben und wieder geladen wird - **THEN** ist das geladene Kompilat funktional identisch (gleiche Ausführung, gleiche Zeilenzuordnung) #### Scenario: Unbekannte Version - **WHEN** eine `.tbc`-Datei mit höherer Formatversion geladen wird - **THEN** wird das Laden mit einer Meldung abgelehnt, die die Version nennt #### Scenario: Formularwerte nach Kompilat-Rundlauf - **WHEN** ein Formular mit Text1.Text = "hello" kompiliert, gespeichert und ohne Quelldatei geladen wird - **THEN** liefert der erste Zugriff auf Text1.Text weiterhin hello ### Requirement: Zeilentabelle für Fehlerortung Der Bytecode SHALL jede Anweisung ihrem Ursprung (Moduldatei, Zeile) zuordnen, sodass Laufzeitfehlermeldungen, `ERL`, Breakpoints und Einzelschritt die Quellzeile exakt benennen können. Die Zuordnung SHALL auch nach Include-Expansion und bei mehreren Projektmitgliedern die ursprüngliche Datei und physische Zeile bewahren. Numerische BASIC-Zeilenlabels für ERL SHALL davon getrennt bleiben. #### Scenario: Fehler nennt Zeile - **WHEN** in Zeile 42 eines Programms ein Laufzeitfehler ohne Handler auftritt - **THEN** nennt die Fehlermeldung Zeile 42 #### Scenario: Fehler aus Projektbibliothek - **WHEN** lib.bas in physischer Zeile 2 einen Fehler auslöst und über app.mak aufgerufen wird - **THEN** nennt die Meldung lib.bas und Zeile 2 statt einer verketteten Projektzeile ### Requirement: Instant-Compile-Budget Die Übersetzung (Lexen bis Bytecode) SHALL ohne globale Analysepasses auskommen; Vorwärtsreferenzen werden über Fixups aufgelöst. Ein Benchmark MUST das Budget nachweisbar machen: ein Projekt von ~50.000 Zeilen kompiliert in unter 1 s, ein einzelnes Modul in unter 50 ms (Release-Build, Referenzrechner); die Messwerte werden in docs/tbvm-design.md festgehalten. #### Scenario: Budget wird gemessen - **WHEN** die Benchmarks in `benches/` laufen - **THEN** wird die Kompilierzeit für das ~50k-Zeilen-Projekt und für ein Einzelmodul ausgewiesen und gegen das Budget verglichen