# TBVM — Designentwurf Eigene Stack-basierte Bytecode-VM (Entscheidung siehe PLAN.md, 0.2). Die VM ist in `tb` (IDE) und in von `tbc` erzeugte Executables eingebettet — identischer Code, identisches Verhalten, schneller Turnaround. ## Werte-Modell Tagged Enum, kein NaN-Boxing (Einfachheit und Debugbarkeit vor Mikro- performance): ```rust enum Value { Int(i16), // INTEGER Long(i32), // LONG Single(f32), // SINGLE Double(f64), // DOUBLE Currency(i64), // CURRENCY, Festkomma ×10 000 Str(Rc), // STRING (immutabel geteilt; Copy-on-Write bei MID$-Anweisung) // Arrays und TYPE-Instanzen leben im Heap-Bereich der VM, // Variablen-Slots referenzieren sie per Handle (Rc>). } ``` - Kein GC nötig: der Dialekt kennt keine Zyklen (keine Objektreferenzen in TYPEs, keine Closures) → `Rc` genügt. - Feste Strings (`STRING * n`) und TYPE-Records werden als eigene Speicherobjekte mit fester Zeichen-/Elementstruktur geführt. ## Bytecode - Stack-Maschine, Opcodes 1 Byte + Operanden variabler Länge (u8/u16/u32, little-endian). - **Modul-Struktur:** Konstantenpool (Strings, Zahlen), Typtabelle (TYPE-Layouts), Prozedurtabelle (Signatur, Locals-Anzahl, Code-Offset), globale Slots, DATA-Segment (für READ/RESTORE), Zeilentabelle. - **Zeilentabelle:** Abbildung Code-Offset → (Moduldatei, Zeile). Grundlage für `ERL`, Fehlermeldungen, Breakpoints und Einzelschritt. - **Aufrufkonventionen:** - SUB/FUNCTION: eigener Frame (Locals-Slots, Operandenstack-Basis); BYREF-Parameter als Referenz-Slots (Handle auf Variablen-Slot). - GOSUB: **kein** Frame — Rücksprungadresse auf separatem GOSUB-Stack im aktuellen Frame (RETURN prüft diesen zuerst). - **Fehlerbehandlung:** Zwei Ebenen (Scoping geklärt 2026-09-04). `ON LOCAL ERROR GOTO x` setzt einen Handler im aktuellen Frame; sein Sprungziel muss im selben Rumpf liegen. `ON ERROR GOTO x` **ohne** `LOCAL` setzt den modulweiten Handler — auch aus einer Prozedur heraus, und sein Sprungziel liegt dann im Modulrumpf (der Codegenerator löst es über Prozedur 0 auf, die zuerst übersetzt wird). Ein Laufzeitfehler sucht zuerst lokale Handler die Aufrufkette hinauf, dann den modulweiten; beim modulweiten wird bis Frame 0 abgewickelt, weshalb `RESUME NEXT` dort hinter dem Prozeduraufruf fortsetzt. Der Handler setzt `ERR`/`ERL`; `RESUME` nutzt den gemerkten Anweisungs-Offset. Ein Fehler im Handler ist fatal (keine Kaskaden). ## Ausführungsmodell / Unterbrechbarkeit Die VM läuft auf dem aufrufenden Thread. `Vm::run` liefert bei STOP, Breakpoint, Einzelschritt, Programmende oder Fehler ein `RunEvent` an den Runner zurück. `Stmt` markiert Anweisungsgrenzen; es gibt keine Prüfung nach jedem Opcode. Die gemeinsame Zustellentscheidung gilt an Anweisungsgrenzen, bei `DOEVENTS`, während `SLEEP` und während blockierender Konsoleneingabe. Eine zugestellte Ereignisprozedur beginnt ihre erste Anweisung, bevor ein weiterer Handler sie unterbrechen darf. Forms-Handler laufen normalerweise bis zur Rückkehr; explizites DOEVENTS und blockierendes Warten können andere Handler verschachteln, aber nie dieselbe laufende Forms-Ereignisprozedur. Die Rückkehr aus dem äußersten normalen Forms-Handler arbeitet wartende Forms-Ereignisse geordnet ab. Objekt-Opcodes stellen nur erforderliche synchrone LOAD-Handler zu; deren Rückkehr zieht keine unabhängigen Ereignisse mitten in eine Anweisung vor. Ein offenes Menü sperrt klassische Traps und Forms-Timer, ohne ON/OFF/STOP zu verändern. Beim Menüschließen wird die Zustellbarkeit vor erneutem Warten geprüft. INPUT, LINE INPUT, INPUT$ und RANDOMIZE ohne Argument teilen einen fortsetzbaren Konsolenleser. Teiltext und Restlänge liegen im aufrufenden Frame; Referenzen und Ausdrucksoperanden bleiben bis zum Abschluss auf dem Stack. Nach jedem Hostereignis kann die VM einen Handler ausführen und danach am Eingabe-Opcode fortsetzen, auch über STOP/CONT und verschachtelte Eingaben hinweg. Fehler-Unwinding und RETURN label verwerfen die abgebrochene Eingabe. Während dieses Lesens gehören ungetrappte Tasten der Konsole. `RtState::eingaben` hält Tasten und Maus in Hostreihenfolge, auch beim Übergeben an Dialoge. Die VM nimmt eine Forms-Eingabe samt ihren Handlern vor der nächsten Eingabe an. Konsolentasten bleiben lesbar; Maus ohne Formular oder außerhalb der Bildschirmfläche wird verworfen. KEY ON entnimmt getrappte Tasten. KEY STOP merkt höchstens einen Trap, markiert die betroffenen Eingaben als bereits gemerkt und lässt sie lesbar, auch nach ON. Vor der klassischen Quellenauswahl wird der getrappte Tastenanfang der Queue gemeldet: KEY behält seine Priorität vor TIMER/UEVENT/SIGNAL, ohne eine davor wartende Mauseingabe zu überholen. EOF beendet die Quelle; modale und modellose Formularschleifen arbeiten schon angenommene Ereignisse noch ab. `Host::jetzt_ms` ist die einzige Uhr für Ereignisfristen. Die VM fragt sie nur für aktive Zeitquellen, SLEEP-Fristen und zeitabhängige Mausauswertung ab. Der klassische TIMER wird weiterhin bei Anzeigen, expliziter Kooperation und ansonsten alle 64 Anweisungsgrenzen geprüft. `Host::warten(Option)` wartet auf ein Ereignis oder die absolute Deadline derselben Uhr; `None` als Ergebnis meldet eine erreichte Deadline. Ohne Deadline liefert der Host erst ein Ereignis oder explizites `Ereignis::Ende`. Die VM verwendet weder Instant noch Sleep/Yield als Rückfallebene. Auch modale und nach Programmende sichtbare Forms verwenden diesen Wartepfad. CaptureHost liefert vorbereitete Ereignisse zuerst und rückt beim Warten andernfalls bis zur Deadline vor; ohne Deadline meldet er Eingabeende. Seine Uhr bleibt außerhalb dieser ausdrücklichen Warteoperation oder manueller Zeitänderungen stehen. `tb-ui` hat standardmäßig keine Terminalabhängigkeiten. Das Feature `terminal` schaltet die Module `host`, `screen`, `signale` und die optionalen Dependencies crossterm, ratatui und signal-hook ein. `tb-cli` aktiviert es explizit; VM, Forms-Modell, FRM-Reader und Dialoge brauchen es nicht. Einbetter müssen die neue Host-Wartemethode implementieren. Dialog-Eingabequeues tragen `Eingabe` statt nackter `Ereignis`-Werte, damit KEY-STOP-Markierungen erhalten bleiben; Ereignisse lassen sich mit `.into()` einreihen. Der separate Workspace `tests/terminalfrei` prüft Einbettung ohne Feature-Unifikation mit CLI oder IDE: ```sh cargo run --manifest-path tests/terminalfrei/Cargo.toml --offline cargo tree --manifest-path tests/terminalfrei/Cargo.toml --edges normal ``` Der erste Befehl lädt ein FRM-Korpusprogramm und prüft dessen `KM`-Ausgabe mit CaptureHost. Der zweite Baum darf crossterm, ratatui und signal-hook nicht enthalten. ## `.tbc`-Container (Stand Phase 2, Formatversion 1) ``` Magic "TBC\0" · Formatversion u16 · Flags u16 · Abschnittsanzahl u32 Abschnittstabelle: [ (Kennung 4 Byte, Offset u32, Länge u32) ] Abschnitte: MODN Modulname + OPTION BASE CONS deduplizierter Stringpool TYPS TYPE-Layouts (Feld-Initialisierungstypen) GLOB globale Slots (Initialisierungstyp + Name für Debugger) PROC Prozedurtabelle: Name, Parameteranzahl, Frame-Slots, Code (Zeileninfo liegt inline im Code: Stmt-/SetErl-Instruktionen — ersetzt den früher geplanten separaten LINES-Abschnitt) DATA DATA-Konstanten (Rohtext + Quellzeile) JMPT Sprungtabellen für ON n GOTO/GOSUB FORMS (ab Phase 4: serialisierte .FRM-Beschreibungen) ``` Serialisierung mit einfachem eigenem Writer/Reader (kein serde nötig, Format bleibt stabil und dokumentiert); unbekannte Formatversionen werden mit Meldung abgewiesen. Instruktions-Encoding: 1 Opcode-Byte + Operanden little-endian, Opcode-Bytes gruppenweise mit Lücken vergeben (`crates/tb-vm/src/bytecode.rs` ist die normative Liste). ## Eigenständige Executables `tbc build --exe` kopiert den vorkompilierten Runner (dieselbe tb-vm/tb-runtime/tb-ui-Bibliothek wie die IDE) und hängt das `.tbc` als Ressource an (Anhängen ans Binary + Fußzeile mit Offset/Magic; portabel für alle drei Plattformen). Alternative — `include_bytes!` + Cargo-Build beim Nutzer — verworfen: erfordert Rust-Toolchain beim Anwender. ## Performance **Compiler (Instant-Compile, Anforderung siehe PLAN.md):** - Single-Pass pro Modul: Lexen, Parsen und Codegen in einem Durchlauf; Vorwärtsreferenzen (Prozeduren, Labels) über Fixup-Listen statt zweitem Pass. Die Sprache ist dafür gemacht — das Vorbild kompilierte auf 1992er-Hardware gefühlt sofort. - Modulweise inkrementell: `.BAS`/`.FRM` werden unabhängig zu Bytecode- Einheiten übersetzt und beim Build nur zusammengebunden; die IDE recompiliert nur geänderte Module (Hash über Quelltext). - Keine Optimierungspasses. Erlaubt sind nur Gratis-Optimierungen im Codegen (Konstantenfaltung im Ausdruck, Peephole beim Emit). - Budget als Test verankern (Phase 2): Benchmark-Projekt (~50k Zeilen) muss unter 1 s kompilieren (Release-Build der Toolchain, Referenzrechner); einzelnes Modul < 50 ms. **VM-Ausführung:** - Alle Namen werden zur Compilezeit aufgelöst: Variablen/Parameter sind Slot-Indizes, Prozeduren Tabellenindizes — zur Laufzeit keine Hash-Lookups. - Statische Typen des Dialekts ausnutzen: typisierte Opcodes (`ADD_I16`, `ADD_F64`, `CONCAT` …) statt generischem Dispatch über `Value`-Tags in heißen Pfaden. - Dichte Opcodes, `match`-Dispatch in einer engen Schleife; Tick-Prüfung (Events/Breakpoints) nur an Anweisungsgrenzen über ein einzelnes Flag-Wort, nicht pro Opcode. - Strings immutabel via `Rc` (Kopien sind Pointer-Kopien); Konstantenpool dedupliziert. - Messlatte (Phase 2, Benchmarks in `benches/`): typische Schleifen-/String-Lasten mindestens ~100× schneller als das Vorbild auf Originalhardware; Richtwert grob Lua-Interpreter-Klasse, gemessen und dokumentiert statt geraten. **Benchmark-Ergebnisse (2026-09-02, Release-Build, Entwicklerrechner Windows 11, `cargo bench -p tb-vm`):** - Compile-Budget (`benches/compile.rs`): - Einzelmodul, 508 Zeilen: **1,2 ms** (Budget 50 ms — eingehalten) - Projekt, 49 760 Zeilen über 20 Module: **124 ms** (Budget 1 000 ms — eingehalten); Durchsatz ≈ 400 000 Zeilen/s - VM-Durchsatz (`benches/vm.rs`): - INTEGER-Schleife (Arithmetik + MOD): ≈ 4,8 Mio Iterationen/s - DOUBLE-Schleife: ≈ 5,2 Mio Iterationen/s - SUB-Aufrufe mit BYREF: ≈ 5,2 Mio Aufrufe/s - String-Lasten (MID$/INSTR/Verkettung): ≈ 0,8 Mio Runden/s **Nachmessung nach Phase 3 (2026-09-04, macOS, Apple Silicon, `cargo bench -p tb-vm`)** — die Zustellpunkte des neuen `Host` (Anzeige nur bei geändertem Bildschirm, Ereignisabholung alle 1024 Anweisungen) kosten nichts Messbares: - Compile-Budget: Einzelmodul 508 Zeilen **0,77 ms**; Projekt 49 760 Zeilen **53 ms** (≈ 950 000 Zeilen/s) - VM-Durchsatz: INTEGER-Schleife **11,0 Mio/s**, DOUBLE **12,2 Mio/s**, SUB-Aufrufe **10,7 Mio/s**, String-Lasten **2,4 Mio Runden/s** (Die höheren Zahlen gegenüber 2026-09-02 gehen auf die andere Maschine zurück, nicht auf eine Optimierung — gemessen wurde beide Male derselbe Benchmark.) - Einordnung: bei ≈ 13 Instruktionen je Schleifeniteration entspricht das ≈ 60 Mio Instruktionen/s — Vorbild-Programme auf 1992er-Hardware werden um weit mehr als den Faktor 100 übertroffen; für 80×25- Terminalprogramme mehr als ausreichend. Ein Performance-Pass ist erst bei Bedarf vorgesehen (Phase 6). ## Zahlenkonvertierungs-Matrix (Feindesign, 2026-09-02) Grundlage: Original-Hilfe (Topics „Arithmetic Operators", „CINT/CLNG", „MOD", „Numeric Types"). Vier Punkte sind dort **nicht** geregelt; sie wurden am 2026-09-04 entschieden und sind unten als *Projektentscheidung* gekennzeichnet — sie gelten damit als bewusste Festlegung, nicht als rekonstruiertes Vorbildverhalten. Der Korpustest `konvertierung.bas` verankert die Matrix ausführbar. **Rangfolge für Promotion:** INTEGER < LONG < CURRENCY < SINGLE < DOUBLE. Ausnahme: CURRENCY gemischt mit SINGLE oder DOUBLE ergibt **DOUBLE** (nicht SINGLE). *Projektentscheidung 2026-09-04:* Die Original-Hilfe regelt diesen Fall nicht. CURRENCY trägt 19 signifikante Stellen, SINGLE nur 7 — eine Promotion nach SINGLE zerstörte genau die Genauigkeit, für die es den Typ gibt. DOUBLE (16 Stellen) ist die nächstbeste Wahl. **Ergebnistyp binärer Operatoren** (l op r; T = promoteter Typ): | Operator | Ergebnistyp | Besonderheiten | |---|---|---| | `+ - *` | T; gleiche Typen bleiben erhalten | Ganzzahl-/CURRENCY-Überlauf → Fehler 6 (auch INTEGER+INTEGER promotet **nicht**) | | `/` | DOUBLE, wenn ein Operand DOUBLE oder CURRENCY, sonst SINGLE | Division durch 0 → Fehler 11 | | `\` `MOD` | INTEGER, wenn beide Operanden INTEGER, sonst LONG | Operanden werden **vorher** kaufmännisch (banker's) auf Ganzzahl gerundet; außerhalb LONG → Fehler 6; Divisor 0 → Fehler 11; `MOD`-Vorzeichen wie Dividend | | `^` | DOUBLE, wenn ein Operand DOUBLE oder CURRENCY, sonst SINGLE (*Projektentscheidung 2026-09-04*) | Rechnung intern in DOUBLE; 0 ^ negativ → Fehler 11; negative Basis mit nicht-ganzem Exponent → Fehler 5 | | `= <> < <= > >=` | INTEGER (−1/0) | Vergleich im promoteten Typ; Strings codepoint-weise | | `NOT AND OR XOR EQV IMP` | INTEGER, wenn alle Operanden INTEGER, sonst LONG | bitweise; Operanden vorher banker's-gerundet auf Ganzzahl, außerhalb LONG → Fehler 6 | | unäres `-` | Typ des Operanden | −(−32768) INTEGER → Fehler 6 | **Konvertierung Quelle → Ziel** (implizit bei Zuweisung/Argument, explizit via `CINT`/`CLNG`/`CSNG`/`CDBL`/`CCUR` — identische Semantik): | von \ nach | INTEGER | LONG | SINGLE | DOUBLE | CURRENCY | |---|---|---|---|---|---| | INTEGER | — | exakt | exakt | exakt | ×10 000 | | LONG | Bereich prüfen → 6 | — | nächstgelegener f32 | exakt | ×10 000 | | SINGLE | banker's + Bereich → 6 | banker's + Bereich → 6 | — | exakt (Widening) | banker's auf 4 Nachkommastellen + Bereich → 6 | | DOUBLE | banker's + Bereich → 6 | banker's + Bereich → 6 | Bereich prüfen → 6, sonst nächstgelegener f32 | — | banker's auf 4 Nachkommastellen + Bereich → 6 | | CURRENCY | ÷10 000, banker's + Bereich → 6 | ÷10 000, banker's + Bereich → 6 | ÷10 000.0 | ÷10 000.0 | — | - Banker's Rounding: zur nächsten Ganzzahl, bei .5 zur **geraden** (Original-Hilfe: CINT). Gilt für alle Gleitkomma→Ganzzahl-Übergänge inklusive `\`/`MOD`/Logik-Operanden und CURRENCY-Skalierung. - Zahl ↔ String nie implizit (Compile-Zeit „Type mismatch"); explizit nur über `STR$`/`VAL`. **Textdarstellung (PRINT und STR$):** - INTEGER/LONG: dezimal ohne Dezimalpunkt. - SINGLE: bis 7 signifikante Stellen, kürzeste Darstellung, keine führende Null vor dem Dezimalpunkt (`.5`), keine nachgestellten Nullen; außerhalb des Festformat-Bereichs Exponentialform `mE±xx`. *Projektentscheidung 2026-09-04:* Die Original-Hilfe nennt keine Schwelle. Gewählt ist der Dezimalexponent < −7 oder ≥ 7 — damit bleibt jeder Wert im Festformat, der sich mit den 7 signifikanten Stellen des Typs verlustfrei schreiben lässt (`9999999` fest, `1E+07` exponentiell; `.0000001` fest, `1E-08` exponentiell). - DOUBLE: wie SINGLE mit bis 16 signifikanten Stellen und `D±xx` als Exponentmarke. - CURRENCY: Festformat mit bis zu 4 Nachkommastellen, nachgestellte Nullen entfallen (`2.5000@` → `2.5`, `1.10@` → `1.1`). *Projektentscheidung 2026-09-04:* Die Original-Hilfe nennt kein Ausgabeformat. Gewählt ist dieselbe Regel wie bei den übrigen Zahlentypen — nachgestellte Nullen entfallen —, damit `PRINT` über alle Typen einheitlich wirkt. Wer feste Nachkommastellen braucht, nutzt `PRINT USING`. - `PRINT` stellt nicht-negativen Zahlen ein Leerzeichen, negativen ein `-` voran und hängt stets ein Leerzeichen an; `STR$` nur das führende Leerzeichen/`-`, kein nachgestelltes. ## Opcode-Satz (Feindesign, 2026-09-02) In-Memory führt die VM dekodierte Instruktionen (`Vec`, ein Rust- Enum mit eingebetteten Operanden — Wort-Dispatch, keine Byte-Dekodierung im heißen Pfad); die `.tbc`-Serialisierung bildet jede Instruktion auf 1 Opcode-Byte + Operanden (little-endian) ab. Typkürzel: `I2`=INTEGER, `I4`=LONG, `R4`=SINGLE, `R8`=DOUBLE, `CY`=CURRENCY, `STR`=STRING. | Gruppe | Instruktionen | Bemerkung | |---|---|---| | Anweisungsgrenze | `Stmt(line:u32)` · `SetErl(n:u32)` | `Stmt` prüft das Tick-Flag-Wort (Breakpoint/Einzelschritt/Abbruch), aktualisiert Zeile und Resume-Punkt; `SetErl` bei numerischen Zeilennummern | | Konstanten/Stack | `PushInt(i16)` `PushLng(i32)` `PushSng(f32)` `PushDbl(f64)` `PushCur(i64)` `PushStr(pool:u16)` · `Dup` `Pop` | Stringpool dedupliziert | | Variablen | `LoadGlobal/StoreGlobal(u16)` · `LoadLocal/StoreLocal(u16)` · `MakeRefGlobal/MakeRefLocal(u16)` · `LoadRef/StoreRef(u16)` | Slots statisch aufgelöst; `*Ref` bedienen BYREF-Parameter (Referenz-Werte) | | Arrays | `DimGlobal/DimLocal{slot,dims,elem}` `RedimGlobal/RedimLocal{…}` `EraseGlobal/EraseLocal(u16)` · `LoadElem/StoreElem{dims:u8}` · `MakeRefElem{dims:u8}` | Grenzen auf dem Stack (lo/hi je Dimension als LONG); Indexprüfung → Fehler 9 | | UDT | `LoadField/StoreField(u16)` · `MakeRefField(u16)` | Feldindex aus Typtabelle; verschachtelt durch Verkettung | | Arithmetik | `Add/Sub/Mul{I2,I4,R4,R8,CY}` · `Neg{…}` · `Div{R4,R8}` · `IDiv/Mod{I2,I4}` · `PowR8` (`^` rechnet in DOUBLE, SINGLE-Ergebnis per Conv) | monomorph; Ganzzahl-/CY-Überlauf → Fehler 6, Division durch 0 → Fehler 11 | | Konvertierung | `Conv__` für alle 20 geordneten Paare aus {I2,I4,R4,R8,CY} | Semantik exakt nach Matrix (Rundung/Überlauf) | | Logik | `Not/And/Or/Xor/Eqv/Imp{I2,I4}` | bitweise | | Vergleich | `Cmp{Eq,Ne,Lt,Le,Gt,Ge}{I2,I4,R4,R8,CY,STR}` | Ergebnis INTEGER −1/0 | | Strings | `Concat` | `Rc`, Kopien sind Pointer-Kopien | | Kontrollfluss | `Jump(u32)` `JumpIfFalse(u32)` `JumpIfTrue(u32)` | Ziele absolut (Instruktionsindex) innerhalb der Code-Einheit; Fixups beim Emit | | GOSUB | `Gosub(u32)` `RetGosub` `RetGosubTo(u32)` | GOSUB-Stack pro Frame; leer → Fehler 3 | | Berechnete Sprünge | `OnJump{table:u16,gosub:bool}` | Sprungtabellen im Modul; 0/zu groß: kein Sprung; negativ/>255 → Fehler 5 | | Prozeduren | `Call(proc:u16)` `RetProc` `RetFn` `CallBuiltin{id:u16,argc:u8}` | Argumente links→rechts auf dem Stack (Werte oder Referenzen); `RetFn` transportiert den Funktionswert über den Frame-Abbau | | Fehler | `OnErrorGoto(u32)` `OnErrorLocal(u32)` `OnErrorDisable` `OnErrorLocalDisable` · `Resume0` `ResumeNext` `ResumeLabel(u32)` · `RaiseError` | Scoping siehe unten | | DATA | `ReadData(art)` `Restore(u32)` | art 0 = String, 1 = Zahl (DOUBLE, dann Conv nach Matrix); Ende → Fehler 4, unkonvertierbar → Fehler 13 | | E/A | `Input{…}` sowie Builtins (`PRINT`-Familie über `CallBuiltin`) | Konsolenwirkung ausschließlich über das `Host`-Trait | | Ende | `End` `StopInstr` `SystemInstr` | Verhalten siehe Runner | FOR/NEXT wird ohne Spezial-Opcodes kompiliert: Grenz-/Schrittwert einmal in versteckte Slots ausgewertet; bei konstantem STEP wählt der Codegen die Vergleichsrichtung zur Compilezeit, sonst verzweigt ein einmalig berechnetes Vorzeichen-Flag auf zwei Vergleichssequenzen. Inkrement mit regulärer typisierter Addition (Überlauf → Fehler 6, wie Vorbild). `SELECT CASE` wertet den Selektor in einen versteckten Slot aus und wird als Vergleichs-/Sprungkette abgesenkt. ## Fehlerbehandlung: Scoping (Feindesign, 2026-09-02) - `ON ERROR GOTO x` setzt den **modulweiten** Handler — auch aus einer Prozedur heraus. `ON LOCAL ERROR GOTO x` setzt einen **Frame-lokalen** Handler, der den modulweiten für die Dauer des Prozedurlaufs verdeckt. `… GOTO 0` deaktiviert den jeweiligen Handler. - Fehlerfall: erst die Frame-Kette von innen nach außen nach LOCAL-Handlern absuchen, sonst modulweiter Handler; Stack wird bis zum Handler-Frame abgewickelt, Anweisungs-Offset und Frame für `RESUME` gemerkt, `ERR`/`ERL` gesetzt. Ohne Handler: Abbruch mit Meldung und Quellzeile. - Fehler **während aktiver Behandlung** (zwischen Handler-Eintritt und `RESUME`): sofortiger Abbruch, keine Kaskade (Vorbild). - `ERL` liefert die zuletzt durchlaufene **numerische** Zeilennummer (Labels zählen nicht; ohne numerische Zeilen: 0). ## Runner-Verhalten `STOP`/`CONT` (Entscheidung 2026-09-02) - `END`, `SYSTEM` und das Erreichen des Programmendes beenden den Prozess mit Exit-Code 0. - `STOP` außerhalb der IDE terminiert mit der Meldung `STOP in line n` (bzw. Modul/Zeile) und Exit-Code ≠ 0. Offene Dateien werden wie bei `END` geschlossen. - `CONT` ist ein Direktmodus-Konzept der IDE (Phase 5): dort suspendiert `STOP` die VM (`step()`-Architektur), `CONT` setzt fort. Im Kompilat existiert kein `CONT`. ## Offene Punkte Keine — die Punkte aus Phase 0 (Opcode-Satz, Konvertierungsmatrix, `STOP`/`CONT` im Runner) sind oben ausgearbeitet. Die vier Stellen, zu denen die Original-Hilfe schweigt, sind am 2026-09-04 als *Projektentscheidung* festgelegt, an Ort und Stelle begründet und über `tests/compat/konvertierung.bas` ausführbar verankert. Sollte je eine belastbare Fundstelle auftauchen, die ihnen widerspricht, gilt sie — die Entscheidungen sind Lückenfüller, keine Setzungen gegen das Vorbild.